Krisenmodus:

Aufstand der Tiermeldungen

In der Redaktion von ZackZack ist immer etwas los. Den wöchentlichen Einblick gibt diesmal Benedikt Faast.

Wien, 10. Juli 2021 | Chefredakteur Thomas Walach ist überaus erpicht darauf, dass wir zumindest eine Tiermeldung pro Tag bringen. Das bringt zwischen den innenpolitischen Negativ-Schlagzeilen, mit denen man sich tagtäglich abkämpfen muss, nicht nur für die Leser und Leserinnen, sondern auch für die Redakteure und Redakteurinnen eine schöne Abwechslung.

Digitalisierungsministerin Schramböck hat schon wieder irgendeine Internetseite für mehrere Millionen Euro Steuergeld zusammengebastelt und sie funktioniert nicht? Hier: Ein Affe, der auf einem I-Pad seinen Namen in 17 Sprachen fehlerfrei schreiben kann und dabei Cha-Cha-Cha tanzt. Blümel hat schon wieder mal vergessen, wie viele Nullen eine Million hat und beinahe Österreich in die Pleite geführt? Hier: Ein Delfin, der jede Primzahl bis 270 000 000 aus seinem Blasloch pusten kann. Kurz hat schon wieder die Justiz angegriffen? Hier: Ein Ozelot, das genau so aussieht, wie die Pallas Athene, wenn es die Augen zusammenkneift.

Doch seitdem das Sommerloch mit all seiner Härte die österreichische Medienlandschaft getroffen hat, braucht man nach den Tiermeldungen plötzlich nicht einmal mehr  in den Untiefen des Internets suchen. Die Tiere proben den Aufstand. Links und rechts springen Schlangen aus den Häusln, Welse verschlucken sich an Schildkröten oder Nandus gehen mit ihren Besitzern durch die Straßen Wiens Gassi. Doch bei dem Überfluss an eher seichten Tiermeldung darf man den Blick auf zwei ganz wesentliche Sachen nicht verlieren:

Gegen den Finanzminister der Republik Österreich wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und der Bestechung ermittelt.

Gegen den Bundeskanzler der Republik Österreich wird wegen mutmaßlicher Falschaussage ermittelt.

Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Titelbild: APA Picturedesk

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