Pfizer blitzt in USA mit Booster-Impfung ab

Wann braucht es eine dritte „Booster“-Impfung? In den USA blitzte Pfizer mit der Zulassung vorerst ab.

Wien/Washington, 14. Juli 2021 | Wie lange die Pfizer-Impfung gegen Covid wirkt, ist unklar. Die Hersteller gehen von etwa neun Monaten aus. Pfizer meinte zuletzt, es könnten auch nur sechs Monate sein. In Israel hat man bereits begonnen, „Booster-Shots“ von Pfizer für Immungeschwächte zu verimpfen. In der USA blitzte Pfizer dagegen mit ihrem „Booster“ vorerst ab.

Zu wenig Daten

Montag trafen sich Vertreter des Pharmakonzerns mit der US-Gesundheitsbehörde FDA. Man wollte Unterlagen präsentieren, die den Booster rechtfertigen. Zwar sei das Meeting laut Pfizer „produktiv“ verlaufen, mit einer Zulassung blitzte man aber vorerst ab. Nun wolle der Konzern neue Daten veröffentlichen, auch wenn man selbst bereits mit Sicherheit davon ausgeht, dass der Booster „hilfreich sein kann, um den höchstmöglichen Schutz aufrecht zu erhalten“. Außerdem entwickelt der Konzern eine an Delta angepasste Impfvariante.

Für die FDA waren die vorgelegten Daten allerdings zu wenig. Eine seriöse Entscheidung sei aktuell nicht möglich, und diese könnte noch mehrere Monate dauern. Für zweifach geimpfte US-Amerikaner sei aktuell kein Booster nötig, heißt es. Dieser sei nur dann gerechtfertigt, wenn geimpfte Personen gehäuft in Spitälern landen oder am Virus sterben.

Auch die WHO übte Kritik an Pfizer und warf dem Konzern Geldgier vor. Man sei „ernsthaft enttäuscht“.

Auch Mückstein preschte vor

In Serbien, das in Europa eine der zügigsten Impfkampagnen durchführte, allerdings bei rund 40 Prozent Impfbeteiligung stehen blieb, gehen ebenfalls bald die Auffrischungen los. Für all jene die den chinesischen Impfstoff erhalten haben, ist ab August der Booster zugänglich. Eine Studie habe gezeigt, dass mehr als 50 Prozent der über 60-Jährigen keinen Schutz durch die Impfung erhalten hätten. Statt Sinopharm (China-Impfung) solle nun Pfizer verimpft werden.

Auch in Österreich war die Politik bereits vorgeprescht. Trotz mangelhafter Datenlage und keiner Zulassung kündigte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) schon vor einigen Wochen „Booster“-Impfungen ab Herbst an. Zumindest würde laut Mückstein „alles darauf hindeuten“. WHO und FDA sehen das aber anders.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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