Proteste gegen steigenden Impfdruck in Frankreich und Griechenland

Der verschärfte Impfdruck bringt in Frankreich und Griechenland die Menschen auf die Straße. In Frankreich kam es am Mittwoch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Wien/Paris, 14. Juli 2021 | Am Montag kündigte Macron eine massive Verschärfung des Impfdrucks an. Für das Gesundheitspersonal soll die Corona-Spritze verpflichtend werden, zudem wird ein G-Regime eingeführt. Ein “G” wird nötig für Bus- und Bahnreisen, Einkaufszentren, Restaurants und Kultur. Der „Gesundheitspass“ („Pass Sanitaire“, heißt der „Grüne Pass“ in Frankreich) mit QR-Code soll Alltag werden.

Zehntausende gegen Macron

Die Tests müssen in Frankreich zum größten Teil selbst bezahlt werden. Will man also nicht vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden, braucht man entweder Geld für die regelmäßigen Tests oder muss impfen gehen. Das akzeptieren viele Franzosen nicht, wie der gestrige Nationalfeiertag gezeigt hat. Es ist lange her, seitdem Paris unter einer solchen Tränengas-Wolken verschwunden war. Im ganzen Land gingen Zehntausende auf die Straße.

In Paris dauerten die Proteste bis in die Nacht hinein an. Am Abend wurden Barrikaden gebaut. In der Nacht kam es zu Auseinandersetzung mit der Polizei.

Doch nicht nur in Paris kam es zu heftigen Protesten. Im ganzen Land mobilisierten die Franzosen, um gegen die „Hygiene-Diktatur“, wie die Gelbwesten sagen, zu protestieren. Auch im Südwesten in Toulouse gingen Tausende gegen den „Gesundheitspass“ auf die Straße.

ZackZack-Korrespondent Georg Gassner mischte sich in Toulouse unter die Demonstranten. Quelle: Georg Gassner

Gegen G-Pass

Die Proteste kommen erst in Gang. Sie richten sich explizit gegen den „Gesundheitspass“ und gegen die Pflichtimpfung für Angestellte im Gesundheitsbereich.

Für Samstag mobilisieren die Gelbwesten erneut. Beobachter erwarten einen heißen Sommer in Frankreich, der die letztjährigen Aufstände in den Schatten stellen könnte.

Die Polizei ging im ganzen Land teils gewaltsam gegen Demonstranten vor. Wie viele Personen verletzt und oder verhaftet wurden, ist bisher nicht bekannt.

Proteste auch in Griechenland

Auch in Griechenland kam es am Mittwoch zu Protesten. Dort verschärfte die Regierung ebenfalls das Impfregime. So soll der Zutritt in Lokale nur noch für Geimpfte erlaubt sein, das Gesundheitspersonal wird zur Impfung verpflichtet. Laut Polizeiangaben versammelten sich 4.000 Menschen am Mittwochabend in Athen, die Demonstranten sprechen von bis zu 20.000 Teilnehmern. Sie skandierten „Rücktritt“. Die griechsichen Demosntranten stellen sich vor allem gegen die Impfung von Kindern.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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