Bildungsminister in ZIB2

Faßmann noch immer planlos

Bildungsminister Faßmann ließ gestern erste Inhalte seines Konzepts für den Schulstart erkennen. Doch neben großen Überschriften ist noch wenig bekannt. Schülervertreter fordern Klarheit.

Wien, 23. Juli 2021 | Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) war Donnerstagabend in der ZIB2 zu Gast. Im Interview mit Margit Laufer umriss er seine Pläne für den Schulbeginn im Herbst grob. Faßmann kündigte für September eine „Sicherheitsphase“ mit regelmäßigen Tests an, auch Masken und Luftreiniger könnten zum Einsatz kommen.

Test-Kombination

So sollen jedenfalls in den ersten beiden Schulwochen am Montag, Mittwoch und Freitag alle Schüler getestet werden. Es solle dabei zu einer „Kombination aus Antigen- und PCR-Tests“ kommen. Bei entspannter Infektionslage im Herbst kann sich der Bildungsminister auch vorstellen, Schüler, die sich nicht testen lassen wollen, dennoch in die Schule zu lassen. Aber: “Wenn die Infektionssituation hoch ist, dann kann das nicht akzeptiert werden“, so Faßmann.

Faßmann: Schulschließungen lokal vorstellbar

Um bundesweite Schulschließungen verhindern zu können, wird außerdem ein „Monitoring- & Frühwarnsystem“ eingeführt. Das System solle dabei helfen, sich lokal schon frühzeitig einen Überblick über das Infektionsgeschehen verschaffen zu können. Lokal kann sich Minister Faßmann auch das Schließen von Schulen vorstellen. Das selbe Ziel hatte letztes Jahr wohlgemerkt bereits die Corona-Schulampel, die vor allem für Verwirrung sorgte und letztlich scheiterte.

Eine in letzter Zeit immer öfter geforderte Impfpflicht speziell für Lehrpersonal schließt der Bildungsminister aus. Dennoch appelliere er an alle Lehrer und auch Eltern, sich impfen zu lassen.

„Mission Impossible“

Dem schließt sich auch Noch-Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek von der ÖVP-nahen Schülerunion an. Im Gespräch mit ZackZack fordert sie, weiterhin zu testen und schulautonom die Sicherheitslage zu bewerten. Außerdem solle, gerade an Pflichtschulen, „ein Bewusstsein geschafft werden, dass das Virus noch immer präsent ist“, so Bosek. Außerdem müssen „unbedingt Anreize geschaffen werden“, um mehr Schüler zum Impfen zu bewegen. Dann wäre eine Impfpflicht für Lehrpersonen gar nicht notwendig.

Kritik an Faßmann kommt vom des. Salzburger AHS-Landesschulsprecher Stijn Maas von der SPÖ-nahen Aktion kritischer Schüler_innen (aks). Den „ominösen Plan“ für den Schulstart erst im August zu präsentieren, sei „viel zu spät“. Sich dann an Schulen noch genügend vorzubereiten, wäre eine „Mission Impossible“. Allgemein fehle Faßmann „ein Gespür für die Realität“, so Landesschulsprecher Maas.

(mr)

Titelbild: APA Picturedesk

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