Reporterin beschmierte sich in Flutgebiet selbst mit Schlamm

Die RTL-Reporterin Susanna Ohlen beschmierte sich im Flutkatastrophengebiet in Deutschland selbst mit Schlamm, um den Eindruck zu erwecken, selbst mit angepackt zu haben. Sie wurde beurlaubt und äußerte sich bereits zur Aktion.

Wien, 23. Juli 2021 | Die Bilder der verheerenden Flut in Deutschland gingen um die Welt. Auch RTL-Reporterin Susanna Ohlen berichtete mit ihrem Team aus dem Katastrophengebiet in Bad Münstereifel.

Für den TV-Beitrag mit dem Titel “Aufräumarbeiten nach Flut: RTL-Moderatorin Susanna Ohlen packt in Bad Münstereifel mit an” musste die 39-Jährige vor Drehbeginn etwas nachhelfen. Schließlich müsste es so aussehen, als ob die Reporterin wirklich mit angepackt hätte. Ohlen beschmierte sich daraufhin selbst mit Schlamm – wurde jedoch dabei gefilmt, sodass ihr Schwindel am Donnerstag im Internet aufflog.

TV-Sender beurlaubte Reporterin

RTL erfuhr offenbar schon am Montag von der Aktion und beurlaubte Ohlen umgehend. Am Donnerstag veröffentlichte RTL dann ein Statement, dass das Vorgehen von Ohlen “eindeutig journalistischen Grundsätzen widerspricht”. Der deutsche Privatsender machte die Aktion offenbar erst öffentlich, nachdem das Video im Internet erschienen war. Dort erntete die Reporterin einen Shitstorm. “Schande für den deutschen Journalismus” und “Sensationsgeilheit” sind nur einige Kommentare, die Ohlen über sich ergehen lassen musste. Auch der TV-Sender bekam sein Fett ab.

“Habe mich geschämt”

Auf Instagram nahm Ohlen daraufhin zu ihrer Aktion Stellung. “Nachdem ich an den vorherigen Tagen bereits privat in der Region geholfen hatte, habe ich mich vor den anderen Hilfskräften an diesem Morgen geschämt, in sauberem Oberteil vor der Kamera zu stehen”, heißt es in der Stellungnahme unter anderem.

Sich selbst mit Schlamm zu beschmieren, wäre “unüberlegt”, die Aktion “ein schwerwiegender Fehler” gewesen. Ohlen entschuldigte sich daher bei den Betroffenen: “Mir als Journalistin hätte das niemals passieren dürfen. Als Mensch, dem das Leid aller Betroffenen zu Herzen geht, ist es mir passiert. Ich bitte um Verzeihung.”

(mst)

Titelbild: Screenshot/Twitter

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