Proteste in Europa gegen G-Pass

Am Samstag kam es in vielen Teilen Europas zu Protesten gegen den Grünen Pass und den verschärften Impfdruck. Am größten ist der Widerstand aktuell in Frankreich.

Wien/Paris, 26. Juli | Am Samstag kam es in vielen EU-Städten erneut zu Großdemonstrationen. Am stärksten ist der Widerstand gegen Impfpflicht und G-Pass in Frankreich. Laut Innenministerium waren 160.000 Menschen auf der Straße, um 50.000 mehr als in der Vorwoche. Die Protestbewegung spricht von 250.000 Demonstranten oder mehr.

Rathaus besetzt

In Paris skandierten die Demonstranten Parolen wie “Freiheit, Freiheit” und riefen zum Sturz von Präsident Emmanuel Macron auf, den sie als “Tyrannen” bezeichnen. In der Nähe der Champs-Elysees kam es zu Ausschreitungen. Proteste fanden darüber hinaus in mehr als hundert weiteren französischen Städten statt, darunter Toulouse, Lyon, Straßburg, Lille, Nizza, Montpellier und Marseille. Insgesamt waren fast 180 Demos angemeldet worden. In der Kleinstadt Poitiers wurde kurzzeitig das Rathaus besetzt. Ein Beamter wurde verletzt. Die Demonstranten warfen das Porträt von Emmanuel Macron aus dem Fenster.

Eindrücke aus Paris.

Proteste in Italien

In Italien demonstrierten am Samstag tausende Menschen gegen die Einführung eines obligatorischen Gesundheitspasses für den Zugang zu Innenräumen von Bars, Restaurants und Freizeiteinrichtungen. Die Demonstranten skandierten “Freiheit” und “Nieder mit der Diktatur”, italienische Flaggen wurden geschwenkt. Proteste fanden in Rom, Neapel, Turin, Florenz und Mailand statt. Ab 5. August soll der G-Pass das öffentliche Leben in Italien regeln.

Großdemo in Mailand.

Weltweite Proteste

Bei Krawallen auf einer Demo in Athen nahm die griechische Polizei am Samstagabend 25 Menschen vorübergehend fest. Zuvor hatten sich nach Angaben der Behörden mehrere Tausend Menschen auf dem zentralen Athener Syntagma-Platz versammelt, um gegen die teilweise Corona-Impfpflicht zu protestieren, die es in Griechenland inzwischen gibt. Nach einer friedlichen Kundgebung war die Situation eskaliert. Demonstranten warfen Brandsätze und Steine auf die Einsatzkräfte, diese setzten Wasserwerfer und Tränengas ein.

Auch in Madrid, London, Lissabon, Bratislava und Israel kam es zu Demonstrationen gegen die Corona-Restriktionen. Proteste gegen Corona-Maßnahmen mit tausenden Teilnehmern gab es am Samstag auch in Sydney. Dort gilt seit gut einem Monat ein strenger Lockdown. Ähnliche Kundgebungen wurden aus Brisbane und Melbourne gemeldet.

In Wien gab es am Samstag eine kleinere Kundgebung der „Rechtsanwälte für Grundrechte“. Laut Polizei nahmen 500 Menschen daran teil.

(ot/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

24 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Bewertungen
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare