Tierschützer Balluch bei Köstinger-Fototermin festgenommen

Er habe die Ministerin Köstinger (ÖVP) „zu laut gefragt“: Wegen Anstandsverletzung wurde Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) am Montag vorübergehend festgenommen.

Wien, 27. Juli 2021 | Via Twitter berichtete Österreichs bekanntester Tierschützer, der beim Foto-Termin von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) im niederösterreichischen Paudorf vor Ort war, von seiner Festnahme:

Bei der Veranstaltung handelte es sich um einen Fototermin mit Ministerin Köstinger und dem Landesfeuerwehrkommandanten im stark von Unwettern getroffenen Paudorf. Mehrere Aktivisten des VGT waren vor Ort, um die türkise Ministerin mit Fragen zu Tierschutz zu konfrontieren. Bislang war der VGT wenig erfolgreich, Antworten auf seine Fragen an das Ministerium zu erhalten – so greifen ein paar Tierschützer des Vereins zu Aktivismus, um Köstinger persönlich mit ihren Fragen zu konfrontieren.

Die Polizei verhinderte, dass die Tierschützer ein Transparent beim Fototermin ausrollten. Foto: VGT.at

„Die Liste der Fragen seitens des Tierschutzes an Landwirtschaftsministerin Köstinger wird immer länger“,

so der VGT in einer Aussendung am Montag. Zentrales Anliegen bei der Aktion war den Tierschützern die Frage nach einer Vollspaltenboden-Schweinefabrik in Niederösterreich, die sie in der Vorwoche besetzt hatten, um auf die dortige Tierquälerei aufmerksam zu machen: Kotverschmierte Schweine auf Vollspaltenböden mit wunden, blutigen Stellen am ganzen Körper sind auf einem Video des VGT zu sehen.

60.000 Euro jährliche Subventionen

Der Betrieb erhalte jährlich 60.000 Euro Subventionen und eine Investitionsförderung für den Bau. Wie es sein kann, dass für eine derartige Einrichtung so viel Steuergeld fließt – mit dieser Frage wollte Balluch die Ministerin konfrontieren. Die Polizei hielt ihn laut eigenen Angaben aber in zehn Meter Entfernung zu Köstinger fest, sodass Balluch seine Frage laut rufen musste. Die Folge – er wurde vorübergehend festgenommen.

Balluch: „ÖVP-Apparatschik Köstinger flüchtet“

Nach seiner Festnahme sagte Balluch verärgert über die Ministerin:

„Man würde bei Mitgliedern der Bundesregierung eigentlich erwarten, dass sie ganz normal mit Tierschützer:innen reden, wenn diese sie aufsuchen. Doch ÖVP-Apparatschik Köstinger weiß scheinbar nicht ohne Anweisung von oben, was sie sagen soll. Also schweigt sie, versteckt sich hinter der Polizei und flüchtet, wenn irgendwo TierschützerInnen auftauchen.“

Aber der VGT, und allen voran Balluch, haben nicht vor, locker zu lassen – und der „ÖVP-Tierqual-Politik“ ein Ende zu setzen:

„Doch wir sind gekommen um zu bleiben. Die Frage der Vollspaltenbodenhaltung von Schweinen muss gelöst werden, vorher kann keine Ruhe eintreten. Insbesondere die anstehende OÖ-Landtagswahl wird eine Plattform für unsere Kritik an der ÖVP-Tierqual-Politik werden.“,

so Balluch.

(lb)

 

Titelbild: vgt.at

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