»Hol die Kameltreiber!«

Olympia-Eklat

Der deutsche Radsporttrainer Patrick Moster sorgte beim olympischen Zeitfahren für einen Eklat. Er rief seinem Schützling Nikias Arndt „Hol die Kameltreiber“ zu. Arndt versuchte einen Algerier und einen Eritreer einzuholen.

Wien, 28. Juli 2021 | „Das ist absolut unterirdisch“: ARD-Kommentator Florian Naß fand harte Worte beim olympischen Zeitfahren in Tokio. Zuvor hatte Patrick Moster Betreuer des deutschen Radfahrers Nikias Arndt zugerufen: „Hol die Kameltreiber! Hol die Kameltreiber“. Die Rufe des Betreuers waren dabei deutlich in der Übertragung zu hören. Arndt lag zu diesem Zeitpunkt hinter dem Algerier Azzedine Lagab und dem Eritreer Amanuel Ghebreigzabhier.

Moster entschuldigte sich indes für seine rassistische Entgleisung: „“Wir haben selbst viele Bekannte mit nordafrikanischen Wurzeln, wie gesagt, es tut mir leid.” Und weiter: “Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren.“

Nach dem Vorfall kritisierte der ARD-Kommentator Naß die Worte von Moster scharf:„Patrick Moster war derjenige, der eben gerufen hat. Und ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn ich das so richtig verstanden habe, was er da gerufen hat, dann war das total daneben. Aber mal sowas von daneben. Da fehlen mir die Worte.Wenn ich das richtig gehört habe: ‚Hol die Kameltreiber!‘ Sowas hat im Sport überhaupt nichts verloren. Das ist absolut unterirdisch. Pardon, da fällt mir nichts ein. Und dessen muss man sich bewusst sein, wenn man an einem internationalen Rennen teilnimmt, bei dem Kameras und Mikrofone aufgestellt sind. Das ist unwürdig.“

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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