Olympia

Magdalena Lobnig holt erste Frauen-Ruder-Medaille Österreichs

Magdalena Lobnig ist die erste Österreicherin, die sich beim Olympia-Rudern Edelmetall sichern konnte. Sie erruderte sich am Freitag die Bronzemedaille.

 

Wien/Tokio, 30. Juli 2021 | Erstmals seit 29 Jahren und erst zum sechsten Mal in der olympischen Ruder-Geschichte hat es am Freitag eine Medaille für Österreich gegeben. Magdalena Lobnig sicherte sich im Sea Forest Waterway im Finale des Frauen-Einers Bronze und sorgte damit für den überhaupt ersten rot-weiß-roten Ruder-Podestplatz im Frauen-Bereich bei Sommerspielen. Gold ging an die Neuseeländerin Emma Twigg, die Russin Hanna Prakatsen lag 3,72 Sek. zurück. Lobnigs Rückstand betrug 5,75 Sekunden.

„Karriere-Höhepunkt“

Die 31-Jährige ist damit knapp vor Halbzeit der Spiele für den schon vierten österreichischen Podestrang bei diesen Spielen verantwortlich. Davor hatte Anna Kiesenhofer Gold im Rad-Straßenrennen gewonnen, zudem gab es im Judo Bronze durch Shamil Borchashvili und Silber durch Michaela Polleres.

Lobnig jubelte im Ziel, streckte die Arme in die Höhe, strahlte übers ganze Gesicht. Eine Last fiel von ihr ab. “Das ist auf alle Fälle mein Karriere-Höhepunkt”, sagte sie. “Gestern war die Angst so groß, dass es noch einmal so endet wie in Rio (Olympia-Sechste 2016, Anm.). Ich war so k.o. nach dem Rennen (Semifinale, Anm.). Aber ich habe alles darangelegt, dass ich wieder fit werde. Ich habe mir gedacht, das ist im Endeffekt nur ein Kopfrennen, wer da vorne ist. Es war einfach Zeit, abzuliefern.”

Das gelang ihr mit einem Bonus von 0,67 Sek. auf Victoria Thornley. Ständig vor der Britin zu bleiben, war das Haupt-Vorhaben. “Sie ist zum Schluss ganz gut aufgekommen. Aber ich habe geschaut, dass ich nicht viel aus dem Boot rausschaue, dass ich nur auf meinen Speed schaue”, erklärte Lobnig. “Ich bin dann wieder weggefahren. Es war einfach ein geiles Rennen.” Und es sei weniger hart gewesen als im Semifinale. “Mir ist es so gut gegangen. Ich habe gewusst, das halte ich, das bringe ich heim.”

Rennplan „geil aufgegangen“

Das Geheimnis sei gewesen, das Beste der drei unterschiedlich angelegten Rennen davor (Vorlauf, Viertel- und Semifinale) zu kombinieren. Lobnig: “Ich habe mir gedacht, ich muss einfach schauen, dass ich alles in den Schlag hineinpacke, was ich die letzten Jahre gelernt habe. Dass ich die letzten drei Minuten durchbeiße oder ich muss wieder drei Jahre rackern bis die nächsten Olympischen Spiele kommen. Ich habe mich für die drei Minuten entschieden. Das ist einfach geil aufgegangen.”

Nach kurzen Statements gegenüber dem Fernsehen ging es für die Medaillengewinnerinnen zur emotionalen Siegerehrung und in Folge zu weiteren Interviews. Danach wollte Lobnig möglichst bald daheim bei ihrer Familie anrufen, sich gratulieren lassen und sich für die jahrelange Unterstützung bedanken. Das gilt auch für ihr Betreuer-Team. “Sie haben mich sehr gut wieder hingestellt. Mein Masseur hat mich wieder so gut auf die Beine gestellt. Aber natürlich muss die Kopfeinstellung passen.”

Lobnigs Bronze ist das dritte für das ÖOC nach 1928 und 1956. Zudem gab es drei Silberne – 1936, 1960 und eben 1992, als Arnold Jonke/Christoph Zerbst im Doppelzweier auf das Podest fuhren.  Die größten Erfolge der ersten österreichischen Frau, die Ruder-Edelmetall bei Olympia holen konnte, war der EM-Titel 2016, dreimal war sie EM-Zweite sowie zweimal WM-Dritte. 2017 triumphierte die Völkermarkterin zudem im Gesamtweltcup.

(apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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