Nach extremer Dürre:

Tausende Kinder in Madagaskar vor dem Verhungern

Steigende Temperaturen und andauernde Trockenheit haben die schlimmste Hungerkatastrophe seit Langem in Madagaskar ausgelöst. Tausenden Kindern droht der Hungertod.

 

Antananarivo, 02. August 2021 | Die schlimmste Dürre seit 40 Jahren gefährdet in dem vor Afrikas Ostküste gelegenen Inselstaat Madagaskar das Leben Hunderttausender. Betroffen sind Berichten zufolge vor allem auch Kinder, warnte die Hilfsorganisation „Save the Children“ am Montag. Jedes sechste Kind leide im betroffenen Süden der Insel an akuter Unterernährung und sei damit am Rand des Hungertods – ein Wert, der sich schon bald auf jedes vierte Kind zu erhöhen drohe. Die ehemalige französische Kolonie lebt vor allem von der Fischerei und landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Vanille und Kaffee.

Hilferuf an die Weltgemeinschaft

“Es trifft die Kinder am schlimmsten – nicht nur, weil wichtige Nährstoffe für ihre Entwicklung fehlen, sondern weil sie wegen des Hungers die Schule verpassen”, sagt die zuständige Regionaldirektorin Yvonne Arunga. Das Geld der Eltern reiche kaum zum Überleben, geschweige denn für die Schulgebühren. “Wir sehen viele hungrige Kinder mit leerem Blick, die nach Essbarem suchen – wie kann die Welt da wegschauen?”, fragte die Mitarbeiterin von „Save the Children“.

In einer neuen Studie hat das Welternährungsprogramm (WFP) die Lage im Süden von Madagaskar als jüngsten internationalen “Hunger-Hotspot” eingestuft, für den allerhöchste Alarmstufe gilt. Von rund 1,1 Millionen Menschen mit akuter Nahrungsmittelknappheit drohe 28.000 bis Jahresende der Hungertod. Als Auslöser hat das WFP mehrere Dürrejahre in Folge und Sandstürme genannt, die Felder unbestellbar gemacht hätten.

Der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt hat besonders mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Über 80 Prozent sind auf die Landwirtschaft angewiesen, in etwa 92 Prozent der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Bedingungen in der Landwirtschaft werden durch die steigenden Temperaturen und häufigeren Dürren immer schwieriger. In der Folge verlassen die Bewohner Madagaskars immer öfter ihre Heimat, um anderswo eine existenzsichernde Beschäftigung zu finden.

(dp/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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