Impfbusse, Luftreiniger

Faßmann stellt Konzept für Schulstart vor

Droht ein erneutes Schulchaos im Herbst? Bildungsminister Faßmann hat am Mittwoch ein Konzept vorgestellt, das Schulschließungen verhindern soll. Dieses sieht unter anderem Luftreiniger, Impfbusse und eine zweiwöchige Sicherheitsphase vor.

Wien, 04. August 2021 | Fünf Wochen vor Schulbeginn stellte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Mittwoch ein Sicherheitskonzept vor. Das neue Schuljahr beginnt mit einer zweiwöchigen Sicherheitsphase, in der alle Schüler dreimal testen und abseits der Klasse Maske tragen müssen. Ungeimpfte Lehrer müssen in dieser Zeit die Maske auch in den Klassenräumen tragen. Wie es danach weitergeht, hänge von der allgemeinen Risikolage ab, so Faßmann.

Abwasseranalyse ohne Grenzwerte

Dafür soll per Abwasseranalyse erhoben werden, wie das Coronavirus in den Regionen verbreitet ist. Bei erhöhtem Risiko sollen Schulen regional Test- und Maskenpflicht einführen, Schulschließungen und Schichtbetrieb sind für den Minister keine Option mehr, betonte er bei der Pressekonferenz.

Das neue Frühwarnsystem mit Abwasseranalysen, das in Kooperation mit der TU Wien und der Uni Innsbruck durchgeführt wird, soll das Virus schon eine Woche vor der statistischen Erfassung der Infektionen nachweisen können. Wann das Frühwarnsystem genau anschlägt, ließ Faßmann, der seit April von Mathias Strolz beraten wird, aber offen. Die genauen Grenz- und Schwellenwerte müssten erst festgelegt werden.

Spülen statt Gurgeln

Auch regelmäßige PCR-Tests stehen wieder auf dem Plan. Außerdem soll es wieder eine Gurgelstudie geben, dazu wurden 300 “Sentinel” (Wächter)-Schulen ausgewählt. Die Ergebnisse sollen allerdings deutlich schneller vorliegen als bisher. Zeigt diese ein ansteigendes Risiko, werden Einzeltestungen mit allen Schülern durchgeführt.

Generell soll bei den Tests stärker als bisher auf die aussagekräftigere PCR-Methode gesetzt werden, von den drei Tests pro Woche muss zumindest während der Sicherheitsphase wenigstens einer ein PCR-Test sein – kooperiert wird dafür mit der Post. Dabei wird nicht gegurgelt, sondern gespült, um Aerosolbildung zu vermeiden. Am Montag sollen dabei jeweils ein Antigen- und ein PCR-Test durchgeführt werden, am Donnerstag ein Antigentest. Weiterhin geben soll es auch den Ninja-Pass, in dem die Schülerinnen und Schüler ihre Tests nachweisen.

Mikrobiologe Norbert Kreuzinger, Bildungsminister Heinz Faßmann und Virologin Dorothee von Laer (von links) bei der Präsentation “Sichere Schulen” am Mittwoch (Bild: APA)

Luftfiltergeräte, Impfbusse

Zusätzlich soll der Einsatz von Luftfiltern in Klassenräumen, wo Lüften nicht oder nur schwer möglich ist, für mehr Sicherheit sorgen.

Um die Impfquote unter den Schülern zu steigern, sollen außerdem Impfbusse bei den Schulen vorfahren. In einigen Bundesländern sind bereits während der Sommerschule in den letzten beiden Augustwochen rund 30 Impfbusse im Einsatz, um Schülern ab 12 ein Impfangebot zu machen.

Falls nach den zwei Wochen regional weiter Tests nötig sind, sollen geimpfte Schüler wie bereits im vergangenen Schuljahr von der Testpflicht befreit sein. Im Ninja-Pass hat man sich auf diese Möglichkeit schon eingestellt – er sieht Eintragungen bis zu den Herbstferien vor.

(mst/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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