Gegen Impfpflicht:

Streik in Pariser Spitälern angekündigt

Der Widerstand gegen Impfpflicht und Gesundheitspass nimmt in Frankreich weiter zu: Ab nächster Woche wurde ein unbefristeter Streik in den öffentlichen Spitälern von Paris angekündigt. Auch die Feuerwehr streikt.

Wien/Paris, 05. August 2021 | Ab Montag 00:00 treten die öffentlichen Spitäler von Paris in den Streik. Das kündigte die CGT (Confédération générale du travail, Allgemeiner Arbeiterbund, Anm.), eine der führenden französischen Gewerkschaften, am Dienstag an. Ein entsprechendes Schreiben erging an Martin Hirsch, Generaldirektor der Pariser Spitäler und unter Nicolas Sarkozy Regierungskommissar für Armut.

Rücknahme des Passes

Die Forderung der Gewerkschaft an Hirsch ist unmissverständlich: Eine unverzügliche Rücknahme der Impfpflicht für die Belegschaft der öffentlichen Krankenhäuser. Bisher gilt für die Mitarbeiter die 3G-Regel. Ab 15. September müssen alle Spitalsmitarbeiter geimpft sein. Die Streikbereiten fordern die Rücknahme der Verpflichtung zum Stich. Darüber hinaus verlangen sie eine Aufstockung der Mittel für den Gesundheitsdienst und besseren Schutz der Gesundheitsdaten der Belegschaft von Krankenhäusern. Man sei „nicht gegen die Impfung“, aber strikt gegen die Impfpflicht. Die Protestierenden rufen die Belegschaft der öffentlichen Spitäler in der Hauptstadt nun auf, auch das Vorweisen des Gesundheitspasses zu verweigern.

Die Erklärung der CGT

Was bedeutet die Streikankündigung für die Spitäler? Dank des französischen Streikrechts kann die Belegschaft, jederzeit die Arbeit niederlegen, ohne die Zustimmung des Arbeitgebers zu benötigen. Die CGT sei sich ihrer Verantwortung bewusst will während des Streiks den Betrieb aufrechterhalten. Der Streik ist unbefristet angesetzt.

Auch Feuerwehr streikt

“Die CGT hat sich lange mit größeren Forderungen zurückgehalten, ein Zögern, dass auch daran liegt, dass sie auf gewerkschaftlicher Seite mitverantwortlich waren für gravierende finanzielle Einschnitte im Gesundheitssektor während der letzten 20 Jahren. Jetzt mussten sie aber auf die Proteste aufspringen, der Druck der Straße, sowie kleinerer Gewerkschaften wurde zu groß“, schätzt ZackZack-Korrespondent Georg Gassner aus Toulouse die Lage ein. Auch dass die CGT die Forderung nur für die Belegschaft der öffentlichen Spitäler aufstellt, bringt vereinzelt Kritik. Eine ZackZack-Anfrage an die Pariser Gewerkschaft blieb bisher unbeantwortet.

Auch eine der wichtigsten Gewerkschaften der Berufsfeuerwehren gab diese Woche bekannt, dass die Feuerwehrleute ab Montag landesweit in den Streik treten werden, um gegen die Coronavorschriften bei Feuerwehrleuten zu protestieren. Zum Wochenende sind erneut über 100 Demonstrationen in ganz Frankreich angekündigt.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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