Rabensteiner

Olympischer Gedanke

„Gegen all euer Leiden verschreibe ich euch Lachen“, sagte der französische Arzt und Humanist François Rabelais. Die wöchentliche Dosis Medizin verabreicht Fritz Rabensteiner.

Nehammer: „Pfau, do homma echt no amoi Glück g’hobt.“

Schallenberg: „Sag nicht immer pfau, du spuckst beim Reden. Aber ich bin auch froh, dass dieser U-Ausschuss endlich vorbei ist.“

Nehammer: „Des man i net. I red von dieser Kristina Timanowskaja. Des ist die weißrussische Läuferin, die nimmer ham woit. Der g’foits in Belarus nimmer.“

Schallenberg: „Ich bin informiert. Warum wollte diese Timischkovic nicht heim? Weiß man da was? Belarus ist doch so ein schönes Land. Wunderbare Städte wie Minsk oder Brest. Angenehmes Klima. Gutes Essen. Freundliche Menschen. Ein sicheres Land…..“

Nehammer: „Des wor bestimmt wos Politisches. Oder irgendwos mit Menschenrechte. Am Flughafen in Tokyo is sie zur japanischen Polizei g’rennt und hat denen wos vorg’jammert von wegen Lukaschenko und so weida. Die sperrn mi ein, die foltern mi, blablabla. Waunst mi frogst, daun is des a hysterische Person. Und daun wor die Red‘ davon, dass sie noch Österreich wü.“

Schallenberg: „Wir hätten sie gerne aufgenommen. Aber sie hat sich leider für Polen entschieden. Schade, sehr schade.“

Nehammer: „Wer waß, fiar wo’s guat wor. Waun de zu uns kumma warat, daun hätten sie die Weißrussen wieder aufpudelt und unseren Betrieben vor Ort Schwierigkeiten g‘mocht. Ma muaß a an die Aktionäre denken.“

Schallenberg: „Das wäre einzig und allein die Entscheidung Österreichs gewesen, ob sie bei uns Asyl bekommt oder nicht. Wir dulden hier keine Einmischung von außen. Und wenn es um Menschenrechte geht, sind wir einer der letzten Felsen in der Brandung. Wir stehen Seite an Seite mit dem weißrussischen Volk und haben die Sanktionen gegen Lukaschenko von Anfang an unterstützt. Ich musste erst den Widerstand anderer Mitgliedsländer brechen, damit die Sanktionen auch in Kraft treten können. Leider stehen da immer einige auf der Bremse. Da hab ich mich hingestellt und gesagt: Menschenrechte gehen immer vor. Immer. Da darf es keine wirtschaftlichen Überlegungen geben.“

Nehammer: „Respekt. Du hättest tatsächlich, auch mit dem Risiko wirtschaftlicher Nachteile für Österreich….“

Schallenberg: „…zuerst mit Raiffeisen telefoniert.“

Nehammer: „Oba daun, unter Ausblendung aller Aktionärsinteressen….“

Schallenberg: „…mit der Telekom.“

Nehammer: „Oba daun häst eahnan Botschafter einbestellt und eahm die Wadln vierigricht.“

Schallenberg: „Selbstverständlich hätte ich den Botschafter einbestellt und dann….“

Nehammer: „…häst eahm zagt, wo der Bartl den Most holt.“

Schallenberg: „….hätte ich ihm Tee angeboten. Weißrussen trinken gerne Tee. Notiz an mich: Samowar kaufen.“

Nehammer: „Und dann?“

Schallenberg: „Vielleicht noch einen Belovjeschkaja. Das ist ein Likör, der aus 100 Kräutern gebrannt wird.“

Nehammer: „Pfau, du bist a schlauer Fuchs. Und waun die Stimmung daun locker g’wesen warat, daun hättst mit ihm über die Timanowskaja g’redt?“

Schallenberg: „Du hast schon wieder pfau g’sagt.“

Nehammer: „Tschuldigung.“

Schallenberg: „Wie schon gesagt, Menschenrechte müssen immer an erster Stelle stehen. Nicht nur bei dieser Timischl. Als es das Gerücht gab, sie würde einen Asylantrag für Österreich stellen, da hab‘ ich sofort reagiert und proaktiv….“

Nehammer: „…..unser Botschaft in Japan ang‘ruafen.“

Schallenberg: „Selbstverständlich. Das war ein Gebot der Stunde.“

Nehammer: „Und?“

Schallenberg: „Es war leider besetzt.“

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Titelbild: APA Picturedesk

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