Brot und Gebäck ab Herbst teurer

Ab Herbst werden Brot und Gebäck teurer. Auch Molkereien fordern höhere Preise.

Wien, 12. August 2021 |  Grund dafür sind höhere Getreidepreise, teurere Ersatzteile für Backmaschinen, die höhere Normverbrauchsabgabe, die auf Klein-Lkws zur Auslieferung durchschlage, sowie das geplante flächendeckende Parkpickerl für Wien. Bäcker bräuchten endlich Kostenwahrheit, so Michael Bruckner, Obmann der Vereinigung der Backbranche, im Gespräch mit dem “Standard” (Donnerstag).

Die von Hagel, Sturm und Starkregen schwer getroffene Landwirtschaft spricht von einem moderaten Anstieg der Getreidepreise. Der Ertrag pro Hektar sank ebenso wie die Anbaufläche. Zudem bringen Mais und Rüben höhere Gewinne als Weizen. Der Preis von 15 Cent für eine Semmel könne nicht gehalten werden, sagt Bruckner.

Auch Molkereien fordern höhere Preise

Auch die Molkereien fordern um fünf bis sechs Prozent höhere Preise für Milch und Butter wegen Engpässen bei Verpackungen und teurer Logistik, und auch die Bauern pochen auf einen höheren Preis für Milch. Der Verband der Lebensmittelindustrie konstatiert eine “dramatische Marktsituation”. Die Preissteigerung sei historisch hoch, Entspannung nicht in Sicht.

Der wachsende Fachkräftemangel in der Backwarenbranche wird auf niedrige Einstiegsgehälter und widrige Arbeitsbedingungen zurückgeführt. Ab 1. Oktober wird es neuen Löhne und Gehälter in der Branche geben. Viele Unternehmer rechnen damit, dass sie der Gewerkschaft beim Kollektivvertrag heuer nach Jahren, in denen sie bei den Verhandlungen auf der Bremse standen, spürbare finanzielle Zugeständnisse machen müssen. Im Raum steht ein Plus von rund 2,1 Prozent. Die Erhöhung der Istlöhne dürfte stärker ausfallen. “Der Großteil der Bäcker zahlt deutlich über dem Kollektivvertrag, ansonsten würden sie einsam in der Backstube stehen”, sagt Bruckner.

Die Hälfte ihrer Kosten fließt im Schnitt ins Personal. In der Industrie, in der ein Mitarbeiter in der Stunde bis zu 40.000 Semmeln produziert, ist der Anteil geringer, bei Handwerksbetrieben, bei denen ein Bäcker in der gleichen Zeit 400 bis 600 Stück davon formt, höher. Rund ein Drittel der Kosten fließt in den Einkauf der Rohstoffe. Wobei der Anteil von Mehl selten die Grenze von vier Prozent sprengt.

(apa/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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17 Kommentare
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samhain
12. 08. 2021 16:18

Selber Brot backen ist ganz einfach und deutlich billiger als das Zeug vom Bäcker/Supermarkt.

Kathreinerle
12. 08. 2021 17:18
Antworte auf  samhain

Es ist total einfach, keine Arbeit, und auch gesünder.

nikita
12. 08. 2021 13:12

Ich glaube, ich habe es hier schon einmal geschrieben, dass ein Nachbarbauer regelmäßig einen großen Traktoranhänger voll Brot und Gebäck, in den Supermärkten bzw Bäckereien im Umkreis von ca.10 – 15km, für seine Tiere abholt.
Davon sind ca. 80% noch tadellos, zumindest für meine Begriffe.
Wenn er es nicht abholt kommt es in den Müll. Es ist eine Schande!

Zuletzt bearbeitet 10 Monate zuvor von nikita
gue
12. 08. 2021 17:34
Antworte auf  nikita

Sollte dieser Bauer ein Biobauer sein, dürfte Er das Brot seinen Tiern wegen den Enzymen gar nicht füttern.

Tony
12. 08. 2021 12:26

Die Inflation nimmt Fahrt auf.

gue
12. 08. 2021 12:18

Was interessiert mich in Tirol das Parkpickerl in Wien? Ungefähr gleich viel als ob ein Strassenkosmetiker in Frankfurt seinen Besen abbricht.

Lojzek
12. 08. 2021 14:18
Antworte auf  gue

Sie in Tirol brauchen sich eh ned sorgen wegen des Parkpickerls in Wien.
Im Fall von Tirol geschieht die Preiserhöhung nur aus dem Grund, damit die nach Personal (händeringend) suchenden Bäcker, ihr neu angestelltes Personal fair entlohnen können …

gue
12. 08. 2021 17:39
Antworte auf  Lojzek

Da ich das Brot seit Jahren bei den gleichen Bäckereien kaufe und das Personal daher auch kenne und bei allen das Brot sehr gut ist ,sind mit ein paar Cent Preiserhöhung egal.

KarinLindorfer
12. 08. 2021 12:02

Da hilft nur das Brot selber backen und bis zum letzten Krümel essen. Hat auch den Vorteil, dass man weis was drinnen ist.

Kathreinerle
12. 08. 2021 15:53
Antworte auf  KarinLindorfer

Ja, ich backs auch gern selbst. ZB setze ich mir einen hellen Sauerteig an und mache dann das typische mediterane Weißbrot, das sehr saftig ist. Zudem habe ich im Winter einen Küchenherd (mit Holz), der auch gut heizt, und im Sommer einen Keramikgriller (wie Backrohr).

nikita
12. 08. 2021 13:22
Antworte auf  KarinLindorfer

Ich kaufe mein Brot und z. T. auch kleineres Gebäck bei den Bäuerinnen in der Umgebung. Alles beste und frischeste Qualität. Man muss vorbestellen, weil nur diese Menge gebacken wird,es bleibt nichts übrig und es wird nichts weggeworfen.

ManFromEarth
12. 08. 2021 13:54
Antworte auf  nikita

… da ist es auch so ähnlich, es kommt ein kleiner Bäcker ins Haus.

ManFromEarth
12. 08. 2021 12:47
Antworte auf  KarinLindorfer

… Wien wirft den Tagesbedarf von Graz weg, jeden Tag. Das zu beenden könnte schon nützlich sein.
https://www.hager.co.at/altes-brot-viel-zu-schade-zum-wegwerfen/

Antiparteiisch
12. 08. 2021 11:50

Wie viele Tonnen Gebäck wirft der Handel jährlich auf den Müll?
Ich kenne eine Frau, die war früher dumpstern bei Penny und SPAR etc.
Da gehen einem die Augen auf, was da weggeworfen wird an Lebensmitteln, um die Preise zu halten.

Tony
12. 08. 2021 12:28
Antworte auf  Antiparteiisch

In Wien wird täglich etwa die Menge an Brot weggeworfen, die Graz verbraucht. Schau mal die Doku “We feed the world”. Da sieht man einen LKW-Fahrer, der das Brot entsorgen muss und dem das sichtlich weh tut.

Antiparteiisch
12. 08. 2021 13:36
Antworte auf  Tony

Jo, kenne ich eh solche Videos. Da fragt man sich echt ..!
Aber nicht nur die Industrie, auch selbst sollte man sich schämen, wenn mal was im Müll landet. Woanders verhungern die Menschen und Geld hats ja auch gekostet. Bin da aber eh ziemlich brav. Nur bei Obst oder Zwiebeln kann es schnell gehen …

Unbekannt
12. 08. 2021 11:15

In dem gesamten Artikel fehlen die Wörter “Steuern” und “Abgaben”.