Hanger zum U-Ausschuss

»Bin kein Satireprojekt«

Andreas Hanger attackierte in seiner Pressekonferenz am Freitag zum Abschluss des U-Ausschusses erneut Krisper und Krainer. Es habe sich um einen „Unterstellungsausschuss“ gehandelt. Satiriker sei er aber keiner.

Wien, 13. August 2021 | Den U-Ausschuss „mit Dreck fluten“ – das sei laut Jan Krainer (SPÖ) die Strategie der ÖVP im Ibiza-U-Ausschuss gewesen. Hauptprotagonist: Andreas Hanger, ÖVP-Fraktionsführer.

ÖVP sieht sich sauber

Und kurz nachdem Krainer seinen Bericht zum Ausschuss vorgestellt hatte, rief auch Hanger zum letzten Akt per Pressekonferenz. Der U-Ausschuss habe außer Unterstellungen, falschen Vorwürfen und Skandalisierungen gegenüber ÖVP-Regierungsmitgliedern nichts gebracht. Erwartungsgemäß bleibt die ÖVP dabei. Er behauptet auch, dass der Verfahrensrichter zu dieser Einschätzung gekommen wäre. Die ÖVP schafft alternative Fakten: Tatsächlich belastet der Bericht von Wolfgang Pöschl die ÖVP-FPÖ-Regierung schwer.

Aber ist Hanger eigentlich Politiker? Bekanntlich sorgte kürzlich eine Klage des Satireportals „Tagespresse“ für Aufregung. Diese klagt Hanger. Denn ihrer Einschätzung nach sei Andreas Hanger ein Satireprojekt und betreibe unlauteren Wettbewerb. Laut einer ZackZack-Umfrage betrachten ihn auch die ZackZack-Leser mit großer Mehrheit als Satiriker. Hanger selbst sagte dazu heute: “Ich bin kein Satireprojekt.” Er halte sich „an die Fakten“, behauptete der Polit-Ziehsohn von Wolfgang Sobotka. Er sehe dem Verfahren gelassen entgegen und habe noch nicht entschieden, wie er damit umgehen werde.

Attacken auf Krisper und Krainer

Und er attackierte Jan Krainer und Stephanie Krisper (NEOS). Diese hätten den U-Ausschuss für das Ausleben ihrer “persönlichen Profilierungsneurosen” missbraucht. So hätte es wochenlange Skandalisierungen gegen Nationalratspräsident und Ausschussvorsitzenden Wolfgang Sobotka (ÖVP) gegeben. Die Anzeigen gegen Sobotka seien aber alle eingestellt worden, die beiden müssten sich eigentlich entschuldigen, so Hanger. Krainer nahm seine Antwort dazu schon in seiner Pressekonferenz vorweg: Strafrechtliches sei nicht die Aufgabe des U-Ausschusses. Man kläre die politische Verantwortlichkeit.

Außerdem verlangte Hanger erneut eine Reform des U-Ausschusses. Denn die aktuelle Verfahrensordnung habe zu „massiven Eingriffen in die Grundrechte“ geführt. Ihren Fraktionsbericht legte die ÖVP am Freitag der Öffentlichkeit noch nicht vor. Dieser solle zuerst im Untersuchungsausschuss behandelt werden. Für ihn sei der U-Ausschuss ein „Unterstellungsausschuss“ gewesen.

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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39 Kommentare
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CommunityTeam
13. 08. 2021 14:30

Liebe Community,

René Benko versucht, ZackZack mit einer Millionenklage mundtot zu machen. Wir aber wollen vor allem eines: die Pressefreiheit gegen Sebastian Kurz und seine Oligarchen verteidigen. Das geht nur mit euch!

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wuwei
14. 08. 2021 13:31
Antworte auf  CommunityTeam

Solange ihr nicht bereit seid, die tatsächlichen Daten die Corona-Pandemie betreffend zu recherchieren und offenzulegen und euch gegen die Spaltung der Gesellschaft durch eine Impfpflicht durch die Hintertüre einzusetzen, glaub ich euch eure “unabhängige” Gesinnung nicht mehr und sehe nur mehr, politisches Argumentieren gegen Kurz persönlich.
Das ist mir zu wenig, wenn es das ist was ihr wollt, dann sollt ihr auch untergehen.
Kurz kriegen wir auch ohne euch weg.

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