Rendi-Wagner pocht auf 1G-Regel bei Veranstaltungen

Angesichts des heraufziehenden Corona-Herbstes werden die Stimmen für 1G bei Events, Nachtgastro & Co. lauter. SPÖ-Chefin Rendi-Wagner warnt: „Schulstart darf nicht gefährdet sein!“

 

Wien, 21. August 2021 | SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner fordert angesichts der beginnenden vierten Coronawelle erneut, den Zutritt zur Nachtgastronomie, Festivals und Sportveranstaltungen nur noch für vollständig Geimpfte zu erlauben. Die Regierung solle diese 1G-Regel österreichweit für Bereiche mit hohem Infektionsrisiko einführen, verlangte sie in einer Aussendung. In der Bevölkerung gibt es laut einer “profil”-Umfrage eine knappe Mehrheit für 1G.

Impfquote bei Jugendlichen steigern

Rendi-Wagner will die Impfquote vor allem bei Jugendlichen steigern. Nur zehn Prozent der 12- bis 17-Jährigen seien derzeit vollständig geimpft. Für den Schulstart im Herbst bringe dies eine gefährliche Ausgangslage, so Rendi-Wagner.

„Derzeit sehen wir eine gefährliche Ausgangslage für den Schulstart im Herbst. Wir stehen am Beginn der 4. Welle und sehen, dass die Infektionszahlen steigen und das Impftempo sinkt. Um den Herbst und den Schulstart sicher zu machen, müssen sich viel mehr Jugendliche die Impfung holen.“

Aus ihrer Sicht müssen die Schulen aber geöffnet bleiben. Es solle Impfaktionen an den Schulen und PCR-Gurgeltests einmal pro Wochen für alle Schulstufen geben. Außerdem sollten Luftfilteranlagen zum Einsatz kommen und zusätzliche Räume angemietet werden, um Abstands- und Hygieneregeln besser einhalten zu können.

Die SPÖ-Chefin will auch positive Impfanreize. Rendi-Wagner denkt hier an Freikarten für Konzerte und Sportevents, aber auch an Impflotterien oder einen extra Urlaubstag. Am Arbeitsplatz soll nach ihrer Sicht die 3G-Regel – geimpft, genesen, getestet – gelten. Derzeit gebe es keinerlei Schutzbestimmungen für Großraumbüros, Verteilzentren oder Fleischverarbeitungsbetriebe, kritisierte sie.

1G: 55 Prozent dafür

Wie das Magazin “profil” in einer Vorab-Aussendung berichtete, sind laut einer Umfrage von Unique Research 55 Prozent dafür, Freizeiteinrichtungen wie Restaurants, Theater oder Fitnesscenter nur noch für Personen zu öffnen, die gegen Corona geimpft sind (n=500 Schwankungsbreite: +/- 4 Prozentpunkte). Eine größere Spaltung der Gesellschaft zeige sich in der Impfdebatte nach der Parteienpräferenz: Nur elf Prozent der FPÖ-Wähler sind für diese Vorteile für Geimpfte, 86 Prozent dagegen. Nahezu spiegelverkehrt dazu die ÖVP-Wähler: 82 Prozent dafür, 15 Prozent dagegen. SPÖ-Wähler befürworten Vorteile für Geimpfte zu 72 Prozent, 23 Prozent lehnen das ab. Zu NEOS- und Grünen-Wählern machte das Magazin in der Aussendung keine Angaben.

(red/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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