Gewalteskalation bei Corona-Protesten in Slowakei

Mehrere Tausend Menschen demonstrierten am Mittwoch in der Slowakei gegen die Corona-Politik. Die Polizei löste eine Verkehrsknoten-Blockade von rechtsextremen Impfgegnern unter Einsatz von Tränengas und Gummiknüppeln auf.

Wien/Bratislava, 02. September 2021 | Mehrere Tausend Menschen haben am Mittwoch in den beiden größten Städten der Slowakei, Bratislava und Košice, gegen die Corona-Politik der slowakischen Regierung demonstriert. Anlässlich des dortigen Staatsfeiertags begannen die Proteste bereits am Vormittag.

Dazu aufgerufen hatten unabhängig voneinander die linkspopulistische Partei Smer-SD des früheren Langzeit-Regierungschefs Robert Fico, zwei rechtsextreme Parlamentsparteien sowie unabhängige Initiatoren. Robert Fico warf in Košice der populistisch-konservativen Regierung Versagen vor. Er kündigte eine Petition für vorgezogene Neuwahlen an.

Teilnehmer hatten die Corona-Impfungen als “Genozid am slowakischen Volk” kritisiert. Die Impfung wird nicht gut angenommen: Weniger als die Hälfte der über 12-Jährigen Slowaken ist vollständig geimpft.

Polizei mit Gummiknüppel und Tränengas

Zahlreiche Demonstranten pendelten zwischen den Kundgebungsplätzen hin und her, und vermischten sich. In Bratislava wurde ein zentraler Verkehrsknoten vor allem von rechtsextremen Impfgegnern für mehrere Stunden besetzt. In den Abendstunden löste die Polizei die Straßenblockade auf. Sie setzte dabei laut Medienberichten Tränengas und Gummiknüppel gegen die Demo-Teilnehmer ein. Vier Menschen wurden festgenommen, drei Demonstranten wurden dem Vernehmen nach bei den Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzt.

(red)

Titelbild: APA Picturedesk

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