Champions League: Ronaldo trifft Ordnerin, Salzburg fast nichts

Bern besiegt Manchester United mit Superstar Cristiano Ronaldo. Der trifft eine Ordnerin ins Gesicht und mutiert zum Sanitäter. Salzburg vergibt in Sevilla zwei Elfmeter, die Bayern zerdrücken Barcelona.

Bern/Sevilla/London, 15. September 2021 | Am ersten Spieltag der UEFA Champions League waren alle Augen auf Rückkehrer Cristiano Ronaldo ins Stadion “Old Trafford” gerichtet. Der Portugiese kehrte nach zwölf Jahren wieder zu Manchester United zurück.

Auswärts gegen den Schweizer Meister Young Boys Bern gab es für die “Red Devils” am gestrigen Dienstag aber nichts zu holen. Ronaldo brachte ManU nach Traumpass von Fernandes zunächst erwartungsgemäß in Führung (13.), musste aber noch in Minute 35 einen Ausschluss verkraften. Wan-Bissaka ging ohne Rücksicht auf Verluste in einen Zweikampf im Mittelfeld und sah glatt Rot. ManU versuchte zu retten, was zu retten war. Das war unter dem Berner Abendhimmel aber nur eine Ordnerin an der Seitenlinie, die Ronaldo im Gesicht getroffen hatte. Sichtlich geschockt sprang der Portugiese über die Bande und eilte zur Ordnerin.

Sportlich musste sich United den Schweizern spät geschlagen geben. Der noch vor fünf Jahren bei Altach kickende Ngamaleu glich in Minute 66 aus, Siebatcheu gelang mit der letzten Aktion des Spiels nach einem katastrophalen Rückpass von ManU-Lingard noch der Siegtreffer zum 2:1 (95.).

Elferspektakel in Salzburg

Wilde Szenen in Sevilla: Österreichs Meister Salzburg, der in der Champions League wegen UEFA-Regularien auf den Beinamen “Red Bull” verzichten muss, startete die Partie bei Favorit Sevilla wie auf Taurin. Bereits in Minute 13 holte Offensivtalent Adeyemi den ersten Elfmeter für Salzburg heraus. Der Gefoulte schoss selbst, traf aber das Tor nicht. Nur 8 Minuten später gab es nach unnötigem Schubser von Sevilla-Spieler Navas gegen Adeyemi wieder Elfmeter für Salzburg. Diesmal trat Sucic an und verwandelte (21.). 35 Minuten Spielzeit genügten den Salzburgern, um einen Elferhattrick zu schaffen – abermals wurde Adeyemi gefoult, dessen Läufe Sevilla in Hälfte eins nicht unter Kontrolle brachte. Erneut versuchte sich Sucic, machte es diesmal aber Adeyemi nach und traf nur die Außenstange.

Effizienter zeigte sich  Sevilla. Der Kroate Rakitic verwandelte den vierten Elfer der ersten Spielhälfte nach Wöber-Foul an En-Nesyri souverän (42.). In der zweiten Hälfte schwächten sich die Spanier selbst. En-Nesyri wollte das Elferspektakel fortführen und zog in den Strafraum. Dort hob er ohne Fremdeinwirkung elegant ab. Dem Schiedsrichter blieb nur, dem Stürmer die gelbe Karte für eine Schwalbe zu zeigen – seine zweite, das hieß Gelb-Rot. Damit spielte Salzburg ab Minute 51 in Überzahl, konnte aber kein Kapital mehr daraus schlagen. In der Schlussphase musste man nach vergebenen Sevilla-Chancen sogar froh über den Punkt sein.

Barcelona von Bayern überrollt

In Gruppe E kam es zur attraktivsten Dienstagspaarung: FC Barcelona gegen Bayern München. Die Deutschen sind in Barcelona besonders gefürchtet, hatten sie doch das letzte direkte Duell mit 8:2 gewonnen. Auch diesmal verkam die Barcelona-Elf (ohne Messi, der jetzt bei Paris spielt) neben dem Bayern-Express zur Schülermannschaft. Müller, nach abgefälschtem Schuss (34.), stellte die hochverdiente 1:0-Pausenführung für die Bayern her. Auch in Hälfte zwei konnte Barcelona keine Akzente setzen. Immer wieder war man mit dem schnellen Spiel und den klugen Laufwegen der Bayern überfordert. Nach einem Stangenschuss von Toptalent Musiala staubte Lewandowski zum 2:0 ab (56.). Das gleiche Kunststück gelang ihm nach Gnabry-Stangentreffer kurz vor Schluss noch einmal (85.) – 3:0. Im Topspiel des Abends wurden zudem zwei Österreicher eingewechselt: Rapid-Leihgabe Demir konnte die Barca-Niederlage gegen Sabitzers Bayern aber nicht abwenden.

Champions League-Sieger FC Chelsea setzte sich derweil mit 1:0 gegen russischen Meister Zenit St. Petersburg durch. Den Siegtreffer erzielte der bärenstarke Romelu Lukaku (69.).

(dp)

Titelbild: APA Picturedesk

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