WKÖ an Köstinger: »Pauschale und unsachliche Unterstellungen«

Nach »erpresserische Zustände«-Sager

Elisabeth Köstinger (ÖVP) wirft Billa Spar und Hofer „erpresserische Zustände“ vor. Aus der WKÖ kommt scharfe Kritik an der Ministerin. Die „pauschalen unsachlichen Unterstellungen“ werden zurückgewiesen.

 

Wien, 18. September 2021 | Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger erhebt schwere Vorwürfe gegen die großen Handelsketten Billa, Spar und Hofer. Landwirtschaft und Lieferanten hätten gegen die Einkäufer der Handelskonzerne “keine Chance”.

“Erpresserische Zustände”

“Das sind zum Teil erpresserische Zustände. Wer sich wehrt, wird ausgelistet. Das ist kein fairer Wettbewerb, das sind unfaire Praktiken”, sagt Köstinger in der aktuellen Ausgaben des Nachrichtenmagazins “profil”.

Es gäbe ein Missverhältnis zwischen den Erzeugerpreisen und Konsumentenpreisen. “Steigen die Preise für Konsumenten, schöpft der Handel diese Marge ab und gibt sie nicht an die Bauern weiter. Zahlen die Konsumenten weniger, trägt das nicht der Handel, sondern der Bauer bekommt entsprechend weniger.”

Die Konsumenten würden vom Handel getäuscht, so Köstinger: “Der Preiskampf findet jeden einzelnen Tag am Regal statt. Der Handel lockt die Kunden mit billigen Eiern oder billiger Milch. Was die Ketten da verlieren, holen sie sich durch Aufschläge bei anderen Produkten wieder herein.”

“Pauschale und unsachliche Unterstellungen”

Scharfe Kritik an den Aussagen der Ministerin kommen aus der WKÖ. Der Lebensmittelhandel reagierte mit „großer Verwunderung und Unverständnis“ auf die heute veröffentlichten „Rundumattacken“ von Ministerin Köstinger gegen den Lebensmittelhandel. „Die pauschalen und unsachlichen Unterstellungen sowie die deplatzierte Wortwahl von Bundesministerin Elisabeth Köstinger weisen wir im Namen der gesamten Branche auf das Schärfste zurück.“, so Christian Prauchner, Bundobmann des Lebensmittelhandels in der WKÖ in einer Aussendung.

„Frau Ministerin Köstinger verkennt offenbar die wirtschaftlichen Fakten. Wie eine jüngste Studie des Economica-Instituts belegt, erzielt der Lebensmittelhandel zwar selbst geringe Umsatzrenditen von weniger als 1%, trägt aber mit einem Wert von mehr als 6.9 Mrd. Euro massiv zur Wertschöpfung in den vorgelagerten Stufen bei. Der Lebensmittelhandel ist der zentrale Absatzmittler und verlässlicher Partner der heimischen Landwirte. Das lassen wir uns auch von Frau Köstinger nicht schlechtreden“, so Prauchner.

(bf/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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