3G-Pflicht am Arbeitsplatz

Köstinger und Maurer einig

Auch Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer unterstützen die kommende 3G-Regel am Arbeitsplatz. Vorreiter für den Plan ist Mario Draghis Italien. Aktuell laufen Verhandlungen. Ziel ist die Erhöhung der Impfquote.

Wien, 22. September 2021 | Nach dem Gesundheitsministerium haben sich am Mittwoch auch Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und die Grüne Klubobfrau Sigrid Maurer für eine Einführung einer 3G-Regel am Arbeitsplatz ausgesprochen. “Grundsätzlich ist alles zu begrüßen, was das Infektionsgeschehen im Griff hält”, sagte Köstinger nach der Ministerratssitzung am Mittwoch. Wie auch Maurer verwies sie auf die laufenden Gespräche zwischen den Sozialpartnern.

Grün und Türkis auf einer Linie

Auch in der Gastronomie habe man nach der Umsetzung der 3G-Regel eine sehr positive Bilanz ziehen können, betonte Köstinger. “Wir hören, dass es durchaus sehr konstruktive positive Gespräche sind, wir müssen die Gespräche auf Sozialpartnerebene abwarten.” Zahlen, wie viele Infektionen durch die Maßnahme verhindert werden konnten, präsentierte die Regierung bisher aber nicht.

Die Regierung bleibt vom Grünen Pass jedenfalls vollends überzeugt. Maurer betonte, dass die Frage auf Sozialpartnerebene zu klären sei. “Wir müssen alles dazu tun, dass wir die Infektionen runterbekommen”, war sie sich mit Köstinger einig.

Vorreiter Draghi

Am Vortag hatten Gewerkschaftsbund (ÖGB) und Wirtschaftskammer (WKÖ) bestätigt, dass über eine 3G-Pflicht in der Arbeit gesprochen wird, beide Seiten zeigten sich derartigen Überlegungen gegenüber aufgeschlossen. Auch im Gesundheitsministerium begrüßte man die Gespräche: Der Zweck der Maßnahme sei eine Erhöhung der Impfquote, denn diese sei das Ziel “es ist daher gut, dass sich die Sozialpartner auf eine Lösung verständigen wollen”.

Vorreiter für diese Maßnahme ist die italienische Regierung von Mario Draghi. Dort wurde vergangene Woche die Einführung von “3G” am Arbeitsplatz ab dem 15. Oktober beschlossen. Ab dann soll man nur mehr geimpft, genesen oder getestet an den Arbeitsplatz kommen dürfen. Heftige Proteste sind die Folge. Der berühmte italienische Philosoph Giorgio Agamben, der aufgrund seiner Corona-Analysen scharf in der Kritik steht, bezeichnete Italien vergangene Woche als “politisches Labor des Westens,  in dem die Strategien der herrschenden Mächte in ihrer extremen Form vorab ausgearbeitet werden”.

Geimpfte und Genesene betrifft die Regelung ohnehin nicht, 3G am Arbeitsplatz wird somit einer Testpflicht gleichen. Wer sich dem Testen verweigert, dem droht die Freistellung. So soll es auch in Italien gehandhabt werden.

(apa/ot)

Titelbild: APA Picturedesk

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