Anschober-Ratschlag an Mückstein

3G am Arbeitsplatz

Rudi Anschober tritt wieder öffentlich auf. Auf „Ö1“ gibt er seinem Nachfolger gleich Corona-Ratschläge: Anschober will 3G am Arbeitsplatz, „wie in Italien“. Dort droht jedem Arbeitnehmer ohne Impfung oder Test die Kündigung.

 

Wien, 30. September 2021 | Nach den Wahlen werden die Corona-Verordnungen wieder verschärft. Mitten in der Debatte um 3G am Arbeitsplatz äußert sich der Ex-Gesundheitsminister Rudolf Anschober im Radio. Für seinen Nachfolger Wolfang Mückstein hat der ehemalige Gesundheitsminister einen Rat: Anschober will den Arbeitsplatz regeln „wie in Italien“. Außerdem habe Österreich „schwierige sechs Monate“ vor sich.

3G überall

Mario Draghi, ehemaliger EZB-Banker und jetziger Italien-Premier, setzt ab 15. Oktober die 3G-Regel auch am Arbeitsplatz durch. Arbeitnehmer, die nicht getestet, geimpft oder genesen sind, droht dann im schlimmsten Fall die Freistellung ohne Lohn – landesweit, egal ob öffentliche oder private Betriebe. Anschober möchte dass Österreich, die Regelung genauso umsetzt. „Oe24“ berichtet am Donnerstag, dass die Regelung auch in Österreich bereits fix sei. Auch Reinhold Mitterlehner (ÖVP), der mit Anschober diskutierte, will eine solche Regelung. Zu kostenlosen Tests äußerte sich Anschober nicht. In Italien kosten die Tests pro Stück 15 Euro. Die Forderung der Gewerkschaft, Gratistests für Arbeitnehmer anzubieten, wurde von der Regierung abgelehnt.

“Wenn ich nach Italien schaue, dann sieht man, dass es dort einen Impuls gegeben hat”, sagte Anschober in der Diskussionssendung Klartext am Mittwoch auf „Ö1“. “Und wenn etwas in Italien funktioniert, dann soll man das nicht immer neu umsetzen wollen, sondern genauso machen.” Das habe der Impfquote einen „Impuls“ gegeben. Seit der Ankündigung Mitte September durch Draghi hat sich die Impfquote in Italien um knapp 2 Prozent erhöht.

„Sechs schwierige Monate“

Der Widerstand in der Bevölkerung ist groß, seit Montag Verzögern Tausende LKW-Fahrer auch immer wieder den Verkehr auf den italienischen Autobahnen. Ihr Protest richtet sich gegen den „Grünen Pass“, nicht gegen die Impfung an sich.

3G am Arbeitsplatz: Ist das notwendig?

„Die Pandemie“ sei weiterhin nicht vorbei sagt Anschober, Ungeimpfte würden auch diesen Winter die Intensivstationen schwer belasten. „Wenn ich als Geimpfter in die Intensivstation komme, aber kein Platz vorhanden ist, betrifft es mich auch“, sagt der jetzige Buchautor und Berater. Er sieht keine entscheidenden zwei Wochen auf Österreich zukommen, ist sich aber sicher, dass wir „sechs schwierige Monate vor uns“ haben.

Anschober sprach im Ö1-Radio mit Reinhold Mitterlehner und Irmgrad Griess auch über Klimawandel, die letzten Wahlen und die türkis-blaue Regierung. Sowohl der schwarze Mitterlehner als auch der Grüne Anschober waren sich einem einig: die Kurz-Regierung werde die vollen fünf Jahre halten. Irmgrad Griess nahm die türkis-grüne Kommunikation scharf in die Kritik: „Wir werden für dumm verkauft und so blöd sind die Leute nicht.“

(ot)

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

Kommentare sind Geschlossen.

43 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare