Ex-ÖVP-Chef Busek: »Knistert in der ÖVP«

Es “knistert in der ÖVP”, ist sich der ehemalige ÖVP-Chef Erhard Busek sicher. Sebastian Kurz werde man wohl nicht nochmal in eine Wahl schicken, sagte der Ex-Vizekanzler

Wien, 13. Oktober 2021 | Im “oe24”-Interview findet der ehemalige ÖVP-Chef und Vizekanzler Erhard Busek deutliche Worte zu Sebastian Kurz. Nach dessen Rücktritt als Bundeskanzler am Samstag knistere es in der ÖVP. Taktisch sei der Rückzug von Kurz zwar geschickt, aber lange würde dies nicht halten.

Es knistert in der ÖVP

Die recht deutliche Kritik der Landeshauptleute, die sich zunehmend nun als „schwarz“ statt „türkis“ bezeichnen, erinnere Busek an seine eigene Zeit. „Das kenne ich, das bröselt dann Schritt um Schritt und dann kommt der eine und dann kommt der andere und irgendwann, wäre es dann gescheit, Konsequenzen daraus zu ziehen.“  An eine erneute Kandidatur von Sebastian Kurz als Spitzenkandidaten bei einer Wahl glaube Busek nicht: „Wenn ich das Knistern in meiner eigenen Partei hier höre, glaube ich nicht, dass sie ihn nochmal in eine Wahl schicken werden.“ Es deute eher auf „etwas anderes hin.“ Man solle sich auf die Suche nach einem Nachfolger machen. Ob man diesen im Zirkel von Sebastian Kurz finden werde, darf zumindest nach Buseks Meinung bezweifelt werden.

Denn besonderer Kritik-Punkt Buseks an Sebastian Kurz ist die Personalauswahl des Ex-Kanzlers. Es sei eine der Schwächen von Sebastian Kurz, dass er „bei der Auswahl von Personen nicht unbedingt darauf geschaut hat, dass irgendeiner selbstständig denkt oder handelt.“

Schallenberg soll “Persilscheine” dem Gericht überlassen

Auch der neue Bundeskanzler, Alexander Schallenberg, kommt nicht gut weg. Dass er bei seiner Antrittsrede im Parlament Sebastian Kurz einen „Persilschein“ austellte, sei „nicht die Aufgabe des neuen Bundeskanzlers. Das soll er dem Gericht überlassen.“ Schallenberg könne allerdings das Ruder noch rumreißen, denkt Busek. Dafür müsste er jedoch das Regierungsteam umkrempeln. Doch „Diplomaten sind meist nicht von Courage begleitet”, lautet Buseks trockenes Urteil.

(bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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