»Keine Zeit zu sterben«

James Bonds tränenreicher Abschied

Ein letztes Mal spielt Daniel Craig den „geschüttelt, nicht gerührt“-Geheimagenten James Bond. Während er mit einer neuen 007-Agentin gegen ein über die Luft übertragbares Virus kämpft, sucht er ein letztes Mal den Weg zum Glück.

Wien, 14. Oktober 2021 | Mit einer eineinhalb-jährigen coronabedingten Verspätung ist Daniel Craig zum letzten Mal als James Bond auf der Leinwand zu sehen. Zum letzten Mal kämpft der Geheimagent – diesmal mit weiblicher Begleitung durch eine neue 007 Agentin – gegen eine über die Luft übertragbare Krankheit. Fans munkeln, ob der Film nicht aufgrund des eigentlich sehr aktuellen und sensiblen Themas verschoben wurde.

ZackZack war zu Gast im “Artis International”-Kino und Wien und hat sich selbst ein Bild gemacht (Achtung Spoiler!).

Kampf gegen Virus und Suche nach Ruhe

Sechs Jahre haben Fans auf den neuen James Bond-Film gewartet. Zuvor wurde der Geheimagent in „Spectre“ (2015) suspendiert, ermittelte aber weiter in eigener Faust. In „No Time to Die“ (Keine Zeit zu sterben) wird Bond durch eine neue 007-Agentin, Nomi, ersetzt. Mit ihr an der Seite versucht er gegen ein Virus zu kämpfen, das sich in der Luft ausbreitet. Dabei wollte Bond eigentlich seinen Ruhestand auf Jamaika genießen und seinen Schmerz über die Trennung von seiner geliebten Madeleine in Rum ertrinken.

James Bond ist im längsten aller Bond-Filme jedenfalls immer noch gefangen im ewigen Kreislauf aus Gaunerjagd und Sehnsucht nach dauerhafter Liebe, die ihm immer wieder entgleitet oder wegstirbt. Zu sehen ist ein Bond in diversen Facetten – die verletzliche Seite tritt öfters als von Bond gewohnt zum Vorschein, die Gefühle werden nicht mehr unterdrückt. Es scheint im Laufe des Films so, als würde James Bond mit Daniel Craig wirklich endlich sein Glück finden.

Ganz großes Kino

Doch kurz vor Schluss (noch einmal Achtung, Spoileralarm!) schafft es Bond nicht, sich von der geheimen Giftinsel zu retten, die irgendwo im Ozean zwischen Russland und Japan liegt. In einem heldenhaften Auftritt wartet er im Sonnenaufgang darauf, in Schutt und Asche gebombt zu werden. Seine geliebte Madeleine und seine Tochter (ja, Bond hat jetzt eine Tochter) haben sich noch rechtzeitig von der Insel retten können –  müssen jedoch traurigerweise dabei zusehen, wie die Insel samt Bond unter einem Hagel aus Bomben zerfällt.

Das Bond-Imperium spendiert Daniel Craig somit eine tränenreiche Abschiedsgala. Zum ersten Mal ist Bond nicht unsterblich. Für manche mag „No Time to Die“ eine Spur zu dramatisch sein, jedoch wird an typischen Bond-Elementen auf keinen Fall gespart.

Untermalt wird das Ganze mit der Musik von Hans Zimmer, einen emotionalen Titelsong widmet Singer-Songwriterin Billie Eilish.

„Die Begeisterung ist groß, Filme wieder auf der Leinwand zu sehen“

Christian Langhammer Geschäftsführer von „Constantin Film“ und den „Cineplexx“- Kinobetrieben ist gegenüber ZackZack über den regen Besucherandrang in den heimischen Kinos durch James Bond sehr erfreut: „James Bond war der Startschuss in einen ganz tollen Kinoherbst.“ Es sei der erste große Film für ein sehr breites Publikum und habe bereits hervorragende Besucherzahlen eingespielt. „Die Begeisterung ist groß, Filme wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Wir sind sehr zufrieden und mit unseren Kinos voll auf Kurs. Wir blicken sehr zuversichtlich in die nächsten Monate.“, so Langhammer Denn es soll mit einem sehr vollen Programm weitergehen. „Es kommen viele Blockbuster in den kommenden Monaten – wie Marvels ‚Eternals‘, ‚Spider Man‘ oder ‚Matrix 4‘“. Auch große heimische Produktion wie „Klammer – Chasing the line“ wird am Nationalfeiertag, den 26. Oktober, Weltpremiere im Cineplexx Villach feiern.

Das Artis Kino als besonderer Ort des Filmeschauens

Christof Papousek, Co-Gesellschafter von „Constantin Film“ und den „Cineplexx“-Kinobetrieben betont das „Artis International“ als einen besonderen Ort des Filmeschauens in Originalfassung. „Wer Filme gerne in Originalfassung schaut, ist im Artis International genau richtig. Es ist eines unserer ältesten Kinos der Stadt mit einem besonderen, traditionellen Flair – ein attraktiver Ort, wo Filme in englischer Originalversion genossen werden können“, so Paousek gegenüber ZackZack. Das zeichne auch den Standort aus, der sich in einer kleinen Seitengasse im ersten Wiener Gemeindebezirk befindet.

Artis International-Kino / Foto: © Cineplexx.

Aktuell gilt in Wien die 2,5 Regel (PCR-getestet, geimpft oder genesen). Diese Maßnahmen werden laut Papousek von den Besuchern problemlos angenommen. In Hinblick auf die andauernde Coronakrise erklärt Papousek: „Wie sich die Lage weiterentwickelt, werden wir sehen – eine Prognose ist aktuell schwer möglich. Wir werden aber natürlich den Empfehlungen und Vorgaben der Bundesregierung folgen.“

(jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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