Umfrage:

Mehrheit fordert weitere türkise Rücktritte

Die Mehrheit der Österreicher rechnet mit weiteren Anschuldigungen gegen Sebastian Kurz und sein Umfeld, das ergab eine Market-Umfrage. Ein Drittel glaubt nach wie vor an ein Kurz-Comeback als Kanzler, mehr als die Hälfte fordert weitere Minister-Rücktritte.

Wien, 14. Oktober 2021 | Seit den jüngsten Korruptionsvorwürfen geht es für die ÖVP und Sebastian Kurz in den Umfragen steil bergab. Bereits am Mittwoch veröffentlichte das Linzer Meinungsforschungsinstitut Market im Auftrag von “Standard” eine Umfrage zur Nationalratswahl: Auch darin befindet sich die ÖVP im Sinkflug.

Knapp 60 Prozent rechnen mit weiteren Enthüllungen

Am Donnerstag veröffentlichte Market eine weitere Umfrage. Die Meinungsforscher haben diese Woche 1.000 Personen ab 16 Jahre in Online-Interviews zur innenpolitischen Entwicklung befragt. So wollten 27 Prozent keine Angaben zu den aufgetauchten Korruptionsvorwürfen machen. Nur 15 Prozent glauben, dass alles auf dem Tisch liegt, 58 Prozent rechnen mit noch mehr.

In der Gruppe der ÖVP-Sympathisanten ist dieses Verhältnis freilich anders. Hier rechnen nur 22 Prozent mit weiterem belastenden Material, 40 Prozent nicht und 38 Prozent enthielten sich. 76 Prozent der ÖVP-Anhänger würden es daher auch nicht gut heißen, wenn auch noch türkise Minister gehen.

Hälfte will weitere Minister-Rücktritte

47 Prozent, und damit eine relative Mehrheit, der Österreicher hingegen hielten weitere Rückzüge sehr wohl für angebracht, ohne dass Namen abgefragt wurden. 31 Prozent finden das nicht für notwendig, 22 Prozent der Befragten enthielten sich.

Nur ein Drittel glaubt an Kurz-Comeback

Dass Alexander Schallenberg nur vorübergehend Kanzler ist und Kurz wieder dieses Amt übernehmen wird, vermuten immerhin 34 Prozent der Österreicher. 44 Prozent sehen dies nicht, 22 Prozent machten keine Angaben dazu. Erwartungsgemäß ist auch hier wieder das Ergebnis innerhalb der Gruppe der ÖVP-Sympathisanten anders. 69 Prozent rechnen mit einem künftigen Kanzler Kurz, nur 16 Prozent erwarten das nicht, 15 Prozent wollten keine Einschätzung abgeben.

(apa/mst)

Titelbild: APA Picturedesk

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