Rabensteiner: Der Dings

„Gegen all euer Leiden verschreibe ich euch Lachen“, sagte der französische Arzt und Humanist François Rabelais. Die wöchentliche Dosis Medizin verabreicht Fritz Rabensteiner.

 

Wien, 16. Oktober 2021 | Was bleibt für eine bestimmte Zeit im Gedächtnis? Gesehenes, Gehörtes und Gerochenes. Manchmal auch Erbrochenes. Wie lange man sich an etwas erinnert, hängt von verschiedenen Faktoren ab: So erinnert man sich an Sätze besser als an Silben, an Ereignisse mit Selbstbezug besser als an solche ohne persönlichen Bezug und an emotionale Momente besser als an langweilige. Jeder gesunde Mensch vergisst somit sehr individuell.

Eine gelegentliche Vergesslichkeit ist jedem bekannt und bis zu einem gewissen Grad völlig normal, vor allem im Alter. Sie ist aber keine reine Alterserscheinung, auch junge Menschen können ab und zu einen Termin vergessen, die Autoschlüssel verlegen oder sich an einen Namen nicht mehr erinnern. Denn Vergesslichkeit ist auch eine positive Erscheinung. Sie ist eine notwendige Funktion, um unser Gehirn vor Reizüberflutung durch negative Erlebnisse zu schützen.

Es gibt Fälle, wo Politikerköpfe explodiert sind, weil sich zu viel Ärger und Frust angesammelt hatte. Wolfgang Sobotka stand einmal kurz davor. Sein Kopf wurde knallrot und fast hätte es puff gemacht. So etwas gibt es auch in der Botanik. Die Obstbauern in seiner Mostviertler Heimat nennen das Fruchtfäule, wenn die Birne platzt.

Platter: „Wie hot denn der Bundeskanzler g’hoaßn, den wir jetzt g’hobt hom?“

Haslauer: „Keine Ahnung. Mit die Namen hob i’s net so.“

Wallner: „Du manst den Schrullenberg. Is der scho wieder weg? Wahnsinn, wia die Zeit vergeht.“

Platter: „Na, net den. Der wos vorher wor, den man i. Den Dings, den…den….“

Stelzer: „Des wor der mit die komischen Mascherl. Der hot angeblich den deutschen Bundesbankpräsidenten ois „richtige Sau“ bezeichnet. Und den dänischen Ministerpräsidenten ois Trottel. Hob i g’hert.“

Mikl-Leitner: „Jössas, der Lüssel. Genau, der wor Kanzler. Lebt der no?“

Platter: „Na, der wors a net. Es Weiber kennts eich wirklich nix damerken.“

Schützenhöfer: „Jetzt foits ma ein. Da Spindelegger wors. Unser Spindi, der oide Lederstrumpf.“

Haslauer: „Der wor do net Bundeskanzler. Oder?“

Mikl-Leitner: „Daun wors der Mitterlehner, der Oarsch.“

Sobotka: „Na, des derfst so net sogn. Der Reinhold wor a klasser Bursch. Mit dem hob i gern z’sammg‘orbeit. Ewig schod, dass der aufg’hört hat.“

Platter: „Na, der Mitterlehner wors a net. Des wor der….der….der Dings, kruzifix. A junger. Mit so aner Pomadenfrisur. Und riesige Ohrwaschel hot er g’hobt. Den miassts doch kenna. Hardigatti, mir liegts auf der Zungen. Irgendwos mit Ku. Denkst noch, es oiden Deppen.“

Stelzer: „Ku….Ku….Ku. I kenn an Kumpf, oba der is Gemeinderat in Eferding.“

Wallner: „Kulenkampff?“

Platter: „Na. A kurzer Namen.“

Schützenhöfer: „Kunz vielleicht?“

Platter: „So ähnlich. Oba is eh wurscht.“

Haslauer: „Wos willst denn überhaupt von dem?“

Platter: „Des hob i vergessen.“

Mikl-Leitner: „Daun kaun er net wichtig g’wesen sein.“

Platter: „Wer?“

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Titelbild: APA Picturedesk

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