Polizei räumte Hafen von Triest

Die Polizei hat am Montag den Hafen von Triest von streikenden Arbeitern geräumt. Die Demo verschob sich ins Stadtzentrum. Es gibt verletzte und festgenommene Arbeiter.

Wien/Triest, 18. Oktober 2021 | Seit Freitag versuchen die Hafenarbeiter von Triest den Hafen zu blockieren. Sie demonstrieren dadurch gegen die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz. Am Montag hat die Polizei mithilfe von Wasserwerfern und Tränengas die Räumung der streikenden Arbeiter begonnen. Laut „APA“ wurden fünf Personen festgenommen, auch Verletzte soll es geben.

Wasserwerfer als Streikbrecher

Die Demonstranten skandierten Parolen gegen die 3G-Pflicht und knieten bei der Ankunft der Polizei nieder. Sie riefen „Freiheit, Freiheit“ und forderten die Polizisten auf, ihre Helme abzunehmen. „Heute ist ein trauriger Tag”, betonte Stefano Puzzer, der am Sonntag zurückgetretene Anführer der protestierenden Hafenmitarbeiter in Triest.

Geschätzt wird, dass 40 Prozent der rund 1.000 Hafenmitarbeiter nicht geimpft sind. Beim Hafenbetrieb in Triest kam es zu Verzögerungen, da sich mehrere Mitarbeiter dem Protest anschlossen.

Die Demonstranten, die vom Hafen vertrieben wurden, defilierten bis zum Stadtzentrum und versammelten sich auf dem Hauptplatz Piazza dell’Unitá. Circa 2.000 Personen beteiligten sich an der Protestkundgebung.

Häfen als Protestzentren

Die norditalienischen Häfen sind zum Magnet für Demonstranten gegen die seit Freitag geltende 3G-Pflicht in Italien geworden. Protestaktionen gab es in den vergangenen Tagen vor den Häfen in Genua, Ancona und Ravenna.

Vor einem Eingang des Hafen von Genua demonstrierten am Montagfrüh einige hundert Hafenmitarbeiter gegen die 3G-Pflicht. Der Zugang zum Hafen wurde zwar nicht blockiert, doch einige Lkw standen vor dem Zugang Schlange.

Seit Freitag darf in Italien nur zur Arbeit erscheinen, wer eine Corona-Impfung, -Genesung oder einen negativen Corona-Test nachweisen kann. Tests kosten in Italien rund 15 Euro pro Stück. Wer ohne den sogenannten “grünen Pass” zur Arbeit kommt, riskiert bis zu 1.500 Euro Bußgeld. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit unbezahlter Freistellung rechnen. Italien ist das erste europäische Land, das die 3G-Regel für Arbeitnehmer einführt.

Staatspräsident Sergio Mattarella verurteilt am Montag “gewalttätige Proteste” gegen die Covid-Gesetze der italienischen Regierung. Vor Studenten und Lehrenden der Universität Pisa nennt Mattarella die Proteste „anti-wissenschaftlich“. Während seiner Ansprache kam es in der Stadt ebenfalls zu Protesten.

(ot/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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