ÖVP-Affäre: »Nur ein Ziel: Macht, Macht, Macht«

Ex-ÖVP-Justizsprecher Michael Ikrath im Interview

Mehr Transparenz: Das forderten heute Vertreter von „Saubere Hände“, „Wir Staatskünstler“ und des Antikorruptionsvolksbegehrens. ZackZack sprach mit Ex-ÖVP-Justizsprecher Michael Ikrath über Missstände und Verbesserungen.

Wien, 19. Oktober 2021 | Am Heldenplatz fanden sich heute Vertreter der Initiative „Saubere Hände“ ein, um ein Zeichen gegen die Missstände in der österreichischen Politik zu setzen. Flankiert von den drei „Staatskünstlern“ Florian Scheuba, Thomas Maurer und Robert Palfrader kehrte man den Vorplatz der Demokratie besenrein und bekannte sich zum Antikorruptionsvolksbegehren. Ein Statement gegen Korruption und unsaubere Machenschaften in den Dunkelkammern der Republik.

Verheerendes Urteil für ÖVP

Kein gutes Haar an der Bundespartei der ÖVP rund um Sebastian Kurz ließ der ehemalige Justizsprecher der ÖVP, Michael Ikrath. Im Interview mit ZackZack spricht er darüber, wo sich Österreich in die „völlig falsche Richtung“ bewegt, dass die Bundes-ÖVP nur „Macht – völlig gleichgültig mit welchen Mitteln“ anstrebt und was sich alles ändern müsste.

Für „zehnmal so blöd“ wie die Deutschen hält die österreichische Regierung laut Einschätzung von Kabarettist Florian Scheuba ihre Bürger, da sie pro Kopf zehnmal so viel für Inserate ausgibt. Thomas Maurer bezeichnet die Korruption in Österreich als “chronische Vergiftung”.

“Hinter verschlossenen Türen ist alles möglich”

“Wir wollen sagen, dass wir sauer sind – und zwar megasauer”, so “Saubere Hände”-Sprecherin Ursula Bittner von “Greenpeace Österreich” mit Bezug auf die Ermittlungen gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und sein Umfeld beziehungsweise die Chats der beschuldigten Personen. “Die Ereignisse haben gezeigt, was alles so hinter verschlossenen Türen möglich ist.” Geschädigt worden seien die Bürgerinnen und Bürger, der Rechtsstaat und die Demokratie. Geld, das für Korruption geflossen sei, habe nicht für Krankenhäuser, Schulen und Kinderbetreuung verwendet werden können.

Mit von der Partie waren auch der stellvertretende Klubobmann der SPÖ, Jörg Leichtfried, und sein Pendant bei den NEOS, Nikolaus Scherak. Sie posierten Schulter an Schulter bewaffnet mit Besen als Zeichen für eine saubere Politik.

(dp/jz/bp)

Titelbild: APA Picturedesk

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