Rabensteiner

Wiener Schnitzel

Sobald dem Außenminister einmal auffällt, dass er jetzt Kanzler ist: Was wird dann aus den türkisen Ministerinnen? Fritz Rabensteiner hat gelauscht.

Wien, 23. Oktober 2021 | Falls Sie diesen Einleitungstext bereits kennen, ersuche ich um Nachsicht. Er wurde von mir schon einmal an anderer Stelle veröffentlicht. Aber er überschneidet sich in gewisser Weise mit der heutigen Episode, und deshalb kann es so falsch nicht sein, ihn nochmals zu bringen.

Also: Viele von Ihnen werden sich an die Fernsehserie „Dallas“ erinnern. Und seien Sie jetzt ehrlich zu sich selbst. Sie haben die Familie Ewing geliebt. Geben Sie es doch einfach zu! Bei mir hat „Dallas“ eine Gedankenassoziation verankert, also eine intuitive, nicht auf stringenter Logik basierende Verknüpfung von Gedanken. Es gab da eine legendäre Szene. J.R. kommt über die breite Treppe herab ins Wohnzimmer, die dort versammelten Familienmitglieder sehen ihn erwartungsvoll an und er sagt: „Sue Ellen trinkt wieder.“ Und genau diese Szene fällt mir immer dann ein, wenn Elisabeth Köstinger ans Rednerpult tritt. Ich habe keine Ahnung, warum.

Schramböck: „Do homma echt no amoi Glück g’hobt. Glaubst, derf i beim Xandl Ministerin bleiben?“

Köstinger: „Oba sicher. Die Familie is immer fiar di do.“

Raab: „Fiar di bestimmt. Bei uns schauts net so guat aus. I kenntat nimmer von an normalen Gehalt leben. Du glaubst gar net, wie teuer olles is. Oba des kaunst du jo net wissen. Bei Madame Köstinger spielt Geld ka Rolle. Die reinste Verschwendung.“

Köstinger: „Wie manst des jetzt?“

Raab: „Host du in der Bauernzeitung um 65.000 Euro inseriert? Jo oder na? Wos woarn denn des fiar Inserate? Doppelseitig? Küken-Shreddern leicht gemacht?“

Köstinger: „Qualität hat ihren Preis. Die Bauernzeitung is die Herald Tribune fiar die Landbevölkerung. Brauchst nur im Impressum nochlesen. Die Österreichische BauernZeitung ist ein Organ zur Unterstützung der wirtschaftlichen und ideellen Interessen der Land- und Forstwirtschaft sowie des ländlichen Raumes. Damit is olles g’sogt.“

Raab: „Oba glei 65.000. Fiar des Geld hättest die gaunze Zeitung kriagt. Hoppla, die g’hert eh scho uns. Und 13.000 im BauernJournal. Und 19.000 in der Blick ins Land. Wer liest denn sowas?“

Köstinger: „Na und. Woar ja net dein Geld.“

Edtstadler: „Wos host den inseriert bei di Furchengänger? Jetzt neu im Lagerhaus – Gummistiefel für Einbeinige?“

Köstinger: „Du muasst gaunz still sein. Schmust bei der Starnacht mit dem Weißmann vom ORF umadum. I tät mi genieren. Peinlich is sowas.“

Edtstadler: „Spinnst du? Wir hom net g‘schmust. Wir hom taunzt.“

Tanner: „A Disco Fox wor des oba net. Eher a Beckenpreller.“

Raab: „A Lamourhatscher.“

Schramböck: „Mei Lebensgefährte taunzt nie mit mir.“

Edtstadler: „Taunzen kaunst a net?“

Tanner: „Sie bemüht si wenigstens. Oba du losst di um 4.000 Euro mit an Taxi von Frankfurt nach Luxemburg chauffieren. Des heart ma jo immer wieder, dass die da oben koa Eisenbahn ham.“

Schramböck: „Echt? Vielleicht kennt i do wos programmieren und den Deutschen….“

Edtstadler: „Willst di scho wieder blamieren? Du host a Talent dafür.“

Raab: „Loss die Gretl in Ruah. Die muass Ministerin bleiben. Die nimmt doch kaner mehr. Was soll sie denn sonst mochn? Wünschelrutengeherin? Affen schneuzen in Schönbrunn?”

Köstinger: „Und des wundert di? Die versenkt jedes Projekt. Wos hot die bisher z’sammbracht? Ok, des Kaufhaus Österreich lauft guat. Oba sunst?“

Edtstadler: „Du weichst meiner Frage aus. Wos host um 65.000 inseriert? Ein Schwein ist auch nur ein Mensch. Parkettböden statt Spaltböden?“

Köstinger: „Wos pudelst du di eigentlich so auf. I orbeit wenigstens wos. Und moch di net immer über die Schweindl lustig. Beim Figlmüller host a Schnitzel mit an Quadratmeter g’essen.“

Schramböck: „Stimmt. Des hob i a g‘sehn.“

Tanner: „Des woar wirklich a riesiges Schnitzel. Hot des a 4.000 Euro kost?“

Schramböck: „Do brauchat ma jetzt a App, auf der ma nochschaun kaun, wo‘s die billigsten Schnitzel gibt.“

Raab: „I kaun mi nie entscheiden, ob i zum Schnitzel an Rotwein oder an Weißwein trinken soll.“

Köstinger: „Mir is des egal. I bin farbenblind.“

Mehr über den Autor finden Sie hier

Titelbild: APA Picturedesk

Lesen Sie auch

7 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Bewertungen
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare