Bunkerstimmung

Kommentar

Die Finger in die Ohren stecken, die Korken knallen lassen, der Vorletzte verursacht einen Blackout, der Letzte verschluckt die Schlüssel zum Kanzleramt: Türkisgrün bunkert sich ein.

 

Thomas Walach

Wien, 26. Oktober 2021 | Es fühlt sich ein bisschen an wie die letzten Tage von Türkisgrün, jedenfalls aber die letzten Monate. Türkis bunkert sich im Kanzleramt ein. Alexander Schallenberg hat auf Anweisung von Bernhard Bonelli wohl schon vorsorglich den Schlüssel zum Kreisky-Zimmer verschluckt.

Gleichzeitig kündigt die Regierung in trauter Eintracht an, sich einen Bunker unter dem Innenministerium bauen zu wollen. Aus dem soll man künftig besser auf Krisen reagieren können.

Zur Bewältigung der letzten Krisen (Terroranschlag, Corona-Pandemie) hätte man keinen Bunker, sondern besseres Personal gebraucht. Die Warnungen vor dem Attentat am 02. November 2020 haben Karl Nehammer ja nicht einmal oberirdisch erreicht. Und um Licht am Ende des Pandemietunnels zu sehen, hatte Sebastian Kurz keinen echten Tunnel gebraucht.

Eine einfache Maßnahme

Letzthin spricht die Regierung gerne von der jederzeit drohenden Gefahr eines Blackouts. Früher hieß das Stromausfall, heute ist der Blackout der neue Ausländer: Man sieht ihn nicht, aber die Regierung weiß, dass er kommt und ermahnt uns zu ständiger Wachsamkeit.

Deshalb braucht sie auch ein neues „Krisensicherheitsgesetz“. Wir können Gift darauf nehmen, dass dieses Gesetz der ÖVP neue autoritäre Durchgriffsmöglichkeiten bieten wird, während die Grünen stolz lächelnd davon sprechen, dass dafür irgendwas mit NGOs usw.

In Wahrheit bräuchte es nur eine Maßnahme, um das Land sicherer vor Krisen und organisierter Kriminalität zu machen: Den Rücktritt der Regierung.

Titelbild: APA Picturedesk

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