Corona:

Erstmals wieder seit 11 Monaten mehr als 4.000 neue Fälle

Die Corona-Infektionszahlen in Österreich steigen wieder rasant an und damit auch die Auslastung der Krankenhäuser. In Salzburg, Nieder- und Oberösterreich gibt es teilweise Ausreisebeschränkungen.

Wien, 27. Oktober 2021 | Es ist das eingetroffen, was von vielen Experten seit dem Sommer gebetsmühlenartig wiederholt wird: Steigt die Impfquote nicht, drohen uns im Herbst erneut stark steigende Infektionszahlen.
Am Dienstag wurde mit 4.261 Neuinfektionen die Viertausender-Schwelle zu ersten Mal seit 11 Monaten wieder überschritten. Ein negativer Aufwärtstrend der sich in der 7-Tages-Inzidenz seit Monaten abzeichnet. Ebenfalls Stand Dienstag lag sie österreichweit bei 276, doppelt so hoch wie noch vor einem Monat.

Auch in den Krankenhäusern ist ein in den letzten Tagen starker Anstieg der Infizierten deutlich sichtbar. Seit Montag mussten 59 Personen aufgenommen werden, 18 davon auf der Intensivstation. Insgesamt befinden sich damit 250 Patienten auf Intensivstationen. Bei einer Auslastung von 300 belegten Intensivbetten treten laut 5-Stufen-Plan der Bundesregierung Maßnahmenverschärfungen in Kraft.
Teilweise müssen auch bereits wieder Operationen verschoben werden. Das war etwa in Wien und der Steiermark bereits Mitte September der Fall.
Grund zur Sorge ist die Entwicklung allemal, bildet die Situation in den Spitälern doch das Infektionsgeschehen von vor zwei Wochen ab. Damals lag man bei etwa der Hälfte der aktuellen Zuwachszahlen.

Sorgenkinder Salzburg und Oberösterreich

Die beiden Bundesländer haben die mit Abstand höchste 7-Tages-Inzidenz vorzuweisen. OÖ ist Spitzenreiter mit 432, gefolgt von Salzburg mit 392. Zum Vergleich: Der Österreichschnitt liegt aktuell bei 276. In Oberösterreich wird nach der Landtagswahl nun doch reagiert. Ab Freitag wird die Maskenpflicht wieder ausgeweitet. FFP2-Pflicht herrscht dann erneut in allen Geschäften, Einkaufszentren und Kultureinrichtungen.
Eine pandemische Sonderstellung hat dabei der Bezirk Braunau. Bereits zum dritten Mal treten dort ab Freitag Ausreisebestimmungen in Kraft. Um den Bezirk mit einer Inzidenz von derzeit 613 zu verlassen ist ein 3G-Nachweis nötig, kontrollieren sollen erneut Polizei und Bundesheer.

Laut Landeskrisenstab wurde aufgrund des aktuellen Trends die Bettenanzahl für Covid-19-Patienten und -Patientinnen auf den Normalstationen in den oberösterreichischen Krankenhäusern auf 300 erhöht. 333 Intensivbetten gibt es, davon sind seit Montag 37 mit Covid-Patienten belegt. Damit ist die erste kritische Auslastungsgrenze erreicht: Mehr als zehn Prozent der verfügbaren Intensivbetten sind mit Covid-19-Patienten belegt.

Bezirk Melk mit landesweit höchster Inzidenz

Auch in Salzburg wurden bereits Ausreisebeschränkungen erlassen. Seit 18. Oktober ist die Gemeinde St. Koloman betroffen am 20. Oktober ist die Gemeinde Annaberg-Lungötz hinzugekommen. Beide befinden sich im Tennengau. Grund für die Maßnahme des Landes Salzburg war die hohe Inzidenz und die niedrige Impfquote, die unter dem Landesschnitt liegt.

Im Bezirk Melk wird seit Samstag ebenfalls bei der Ausreise kontrolliert. Auch hier hat das Land Niederösterreich auf rasant steigende Infektionszahlen reagiert. Lag die 7-Tages-Inzidenz am Tag der Einführung der Maßnahmen bei 652 ist sie seitdem auf 917 gestiegen.

(pb)

Titelbild: APA Picturedesk

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