Wer bezahlt die Krise?

Große Mehrheit für Vermögens- und Konzernsteuern

Rund 175 Milliarden Euro kostet die Coronakrise. Wer soll das bezahlen? Eine große Mehrheit sagt: Konzerne und Reiche. Einschnitte im Sozialstaat lehnen die Österreicher ab.

Wien, 28. Oktober 2021 | Laut Berechnungen der Agenda Austria wird die Corona-Krise in Österreich rund 175 Milliarden Euro kosten. Wie sollen wir das bezahlen? Der Löwenanteil der rund 35 Milliarden Euro Staatshilfen ging an Unternehmen und Bauern. Bezahlt wurden sie großteils von Arbeitnehmern, wie das Momentum Institut errechnete.

Im Frühling 2021 führte das Institut für Höhere Studien (IHS) eine Befragung unter 1.500 Österreichern zur Coronapolitik durch. Unter anderem stellte das IHS eine Reihe von Fragen  über die “Finanzierung der Bekämpfung der Coronapandemie”. Eindeutiges Ergebnis: Die überweiegende Mehrheit will, dass Konzerne, die Österreich zwar Gewinne erwirtschaften, aber kaum Steuern zahlen, zur Kasse gebeten werden. Auch früher umstrittene Maßnahmen wie eine Vermögenssteuer bzw. eine einmalige Vermögensabgabe für die reichten zehn Prozent treffen auf überwältigende Zustimmung. Eine große Mehrheit findet auch die 2008 in Österreich ausgelaufene Vermögenssteuer.

Klar abgelehnt werden von den Österreichern hingegen höhere Steuern auf Konsum und Einkommen. Besodners groß ist die Ablehnung von Einschnitten im Sozialstaat, insebesondere bei Krankenversicherung und Pensionen.

Die Coronakrise kostet rund 175 Milliarden. Wie soll das bezahlt werden?

Detail am Rande: Durchgeführt wurde die Studie noch in Zusammenhang mit dem Umfrageunternehmen von Ex-ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin. Sie ist beschuldigte in der Inseratenaffäre. Das IHS beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit Karmasin.

(tw)

Titelbild: APA Picturedesk

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