Die neue Chefin

Krisenmodus

In der Redaktion von ZackZack ist immer etwas los. Den wöchentlichen Einblick gibt diesmal Benedikt Faast.

Wien, 06. November 2021 | „Wo ist die tägliche Tiergeschichte?“ Eine Frage, die uns des Öfteren erreicht. Im Stress des innenpolitischen Diskurses bleibt für Goldfischüberfälle, Nacktmullkorruption und Giraffenhochstaplerei manchmal keine Zeit. Doch unsere neue Chefin ist da bedeutend strenger. Wer nicht liefert, wird an die Leine genommen.

Am Freitag hat sich die neue Chefin einmal blicken lassen. Den Job hat sie wohl nur wegen Pfotenschacher bekommen, denn sie scheint mir überaus eng mit Thomas Walach verbandelt zu sein.

Bereits am Vortag hat Thomas -ihr Vorgänger-  ihre Ankunft angekündigt, insofern war die Nervosität bei einigen stundenlang anzumerken. Den gesamten Freitagmorgen, war vor allem aus der Kreativteamecke immer wieder zu hören: „Uuuuund? Wann kommt Sie?“

Gegen 12 Uhr trudelte die Blondine dann gemächlich ein. Schien ein harter Vorabend gewesen zu sein, denn sie stolzierte auf allen Vieren herein. Drei Stunden nach der Redaktionskonferenz – ein toller erster Eindruck. Nicht einmal ein „Hallo“ gab es in meine Richtung. Thomas stellte seine Nachfolgerin als Ronja vor. Nachname wollten sie uns nicht verraten. Mein Name hat sie schlichtweg nicht interessiert.

Das Kreativteam ließ sich von dem ersten Eindruck nicht beirren und versuchte sich langsam zur Begrüßung an die Neue ranzuschleichen. Mit im Gepäck, gleich einmal Bestechungsmaterial. Mit zahlreichen Fressalien versuchten Sie Ronja gefügig zu machen – diese Schleimer. Die Arbeitsmoral sank natürlich aufgrund der Ablenkung durch die Neue auch in den Keller.

Zugutehalten muss man Ronja allerdings, dass sie sich von den billigen Bestechungsversuchen nicht überreden ließ. Sie blieb konsequent bei ihrem Vorgänger Thomas und ließ sich einschulen, den Rest ignorierte sie nicht einmal. Fast zwei Stunden dauerte das Versteckspiel “Ronja – Mitarbeiter, die nicht Walach heißen”, an. Zwischenzeitlich hatte sie sich es schon auf dem Chefsessel gemütlich gemacht, sogar die Zunge hat sie uns rausgestreckt! An Selbstvertrauen mangelte es ihr scheinbar nicht. Um 14 Uhr war dann auch wieder Feierabend für sie. Nur zwei Stunden Arbeit am ersten Tag, werden ihr wohl auch nicht den Mitarbeiter des Monats Preises bringen. Da ist uns Thomas Walach schon lieber. Der hat sogar ein Foto von der Blondine erwischt:

Update 15:42: Die neue Chefin ist fleißiger als ich. Sie war sogar am Samstag in der Redaktion, während ich im Pyjama im Homeoffice sitze. Ich nehme alle falschen Vorwürfe zurück.

Update 15:47: Doch nicht! Auf frischer Tat ertappt!

Titelbild: APA Picturedesk

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