COVID und Medienkorruption:

Zwei Seuchen und ein Anschlag

Wien, 7. November 2021  Zuerst, wie es sich am Sonntag gehört, die guten Nachrichten: Bundesregierung und Länder einigen sich auf die 2G-Regel, Kickl darf nicht mehr ins Gasthaus und Profil-Herausgeber Christian Rainer rechnet beinhart mit Sebastian Kurz ab. Das war es.

Wien, 07. November 2021 | Jetzt zu den Seuchen. Österreich leidet akut unter zwei: der COVID-Pandemie und der Medienkorruption. Nur bei COVID geht es um das Überleben von Menschen. Aber bei beiden geht es darum, ob auch wichtige Systeme die Seuchen überleben.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das österreichische Gesundheitssystem noch einmal die organisierte Verantwortungslosigkeit von Stelzer in Linz bis Mückstein in Wien übersteht. Die Lichter am Ende des Tunnels heißen „Wien“ und „Burgenland“. Es ist kein Zufall, dass zwei Bundesländer, in denen die ÖVP politisch keine Rolle spielt, den Ausweg aus der Krise zeigen.

Aber das neue Impfchaos zeigt auch, dass 2G nicht seriös vorbereitet war. Der Damm der Regierungs-Ignoranz ist in Linz und Wien gleichzeitig durch die neue COVID-Welle gebrochen. Jetzt will die ÖVP “die Wintersaison retten”. Der rechtzeitigen Rettung der Menschen kommt immer noch eine Nebenrolle zu.

Infizierte Zeitungen

Die Bekämpfung der Medienkorruption scheint schwerer, weil die Seuche weiter vorgedrungen ist. Fast alle sind infiziert. Die Bekämpfung der Seuche wird durch einen Umstand erschwert: Ein großer Teil der Patienten hält sich für gesund und leugnet die Seuche und ihre Erreger.

Einige wie Stefan Kappacher arbeiten als Seuchen-Diagnostiker. In seiner letzten Sendung hat der ORF-Journalist beschrieben, wie die Seuche funktioniert:

  1. Chefredaktionen und Geschäftsführungen werden nicht oder nur unsauber getrennt. Blattlinie und Inseratengeschäft sind in einer Hand. Damit ist die Basis für Gegengeschäfts-Journalismus gelegt.
  2. In den Wirtschaftskrisen sind große Teile des traditionellen Inseratengeschäfts weggebrochen. Online-Medien haben das „kleine“ Geschäft mit Immobilien, Auto, Wohnen, Jobs und Partnerschaften übernommen.
  3. Parteien und Regierungen haben die wirtschaftliche Krise der Zeitungen nicht mit einem transparenten System der Medienförderung bekämpft, sondern die Krise für ihre Zwecke genützt. Seit vielen Jahren kaufen sie Medien mit Förderungen und Regierungsinseraten.
  4. Das System der Medienkorruption ist von Werner Faymann in Wien erfunden und von Sebastian Kurz im Bund zu einer flächendeckenden Zersetzung der Pressefreiheit mit hunderten Millionen Steuergeldern ausgeweitet worden.
  5. Von Wien bis Vorarlberg sind so Systeme entstanden, die durch jahrelange Übung wie geschmiert funktionieren.
  6. Zuerst werden aus Artikeln getarnte Inserate. In einer späteren Stufe der Erkrankung wird gefälscht, mit Umfragen und mit falschen Fakten.
  7. Die Herausgeber der kranken Zeitungen weigern sich, vom Inseratentropf der Regierung abgehängt zu werden. Für die Durchsetzung eines transparenten und fairen Systems der Presseförderung fehlt ihnen bereits Kraft und Mut.

Sucht und Anschlag

Inseratenabhängige Zeitungen gleichen heute Süchtigen, die bereit sind, für die nächste, größere Dosis immer mehr zu tun. Das ist bereits die chronische Stufe der Seuche. Aber es gibt auch einen letalen Teil. Medien, die nicht mitlaufen, werden umgebracht. Diesen Versuch erleben gerade wir bei ZackZack.

ZackZack ist – wirtschaftlich – billig. Ein Jahresbudget beträgt knapp eine Million Euro. Kurz-Familienunternehmer Renée Benko hat uns auf zwei Millionen geklagt, Familienunternehmer Martin Ho mit Hilfe des „Beraters“ Rosam auf eine. In beiden Verfahren geht es um die Abwehr lebensbedrohlicher Anschläge auf unsere Existenz. Die Angreifer wissen, dass unsere Chancen gut stehen, ihre Klagen vor Gericht abwehren zu können. Beweise und Wahrheit sind verlässlich auf unserer Seite. Auf der anderen Seite drohen die Millionen und die Frage, ob wir uns die Prozesse leisten können. Für jede Millionenklage müssen wir hohe Rückstellungen bilden. Dieses Geld fehlt uns für den täglichen Betrieb. Die Familie, die uns mundtot klagt, will mit uns ganz kurzen Prozess machen.

Da hilft uns nur eines: die Unterstützung durch unsere „Familie“. Durch unsere Leserinnen und Leser, durch alle, die ZackZack als nicht käuflichen Gegenverkehr am Boulevard und als Tageszeitung, die über alle Tatsachen berichtet, schützen wollen.

Fritz Hausjell hat in der Neuen Zürcher Zeitung beschrieben, was die Pressefreiheit in Österreich jetzt braucht: klare Regeln für Förderungen, klare Obergrenzen für Regierungsinserate und Transparenz. Wir von ZackZack brauchen jetzt EUCH – als Mitglieder im ZackZack-Club. Es ist unser gemeinsames Projekt. Verteidigen wir es gemeinsam.

Titelbild: APA Picturedesk

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