Widerruf Benko

Maßnahme gegen Mobbing im Netz:

Dislikes auf »YouTube« nicht mehr sichtbar

Das Team des Videoportals „YouTube“ kündigt eine neue Maßnahmen gegen Mobbing im Netz an: Nach einem Experiment haben sie beschlossen, die Anzahl der „Mag ich nicht“-Bewertungen für Zuschauer zu verheimlichen.

Wien, 11. November 2021 | „YouTube“ wird ab dem 10. November nicht mehr die Anzahl der nach unten zeigenden Daumen unter den veröffentlichten Videos anzeigen, so der Pressedienst der Videoplattform. Der „Mag ich nicht“-Button selbst ist nach wie vor verfügbar. Die Anzahl der „Dislikes“ können jedoch nur mehr die Creator (Nutzer, die ein Video hochladen Anm.) auf Wunsch im „YouTube Studio“ sehen. „Die Maßnahmen sind notwendig, um eine respektvolle Interaktion zwischen Zuschauern und Urhebern zu gewährleisten.“, so „YouTube“.

Experiment

Zu diesem Entschluss kam die Google-Tochter aufgrund eines Experiments. „YouTube“ wollte herausfinden, ob die Anzeige eines negativen Bewertungszählers die Gesamtzahl der Daumen nach unten beeinflusst. Die Teilnehmer des Experiments konnten den „Dislike“-Button verwenden, sahen aber nicht wie oft darauf geklickt wurde. Es soll sich herausgestellt haben, dass die Wahrscheinlichkeit, einem Video ein „Mag ich nicht“ zu geben geringer ist, wenn es keine Anzeige der Gesamtzahl von negativen Bewertungen gibt. Die Daumen nach unten sollen laut Angaben von „YouTube“ vor allem neue Creator mit wenigen Abonnenten bekommen haben. So wurden sie oftmals Opfer von „Hate Mobs“. „Wir wollen ein integratives und respektvolles Umfeld schaffen, in dem Kreative die Möglichkeit haben, erfolgreich zu sein und sich sicher zu fühlen, um sich auszudrücken“, so das Unternehmen. Außerdem würde die Anzeige der “Mag ich nicht”-Buttons die Entscheidung der Nutzer beeinflussen, das Video anzuklicken.

„Dislike“-Attacken

Die Möglichkeit, einen Daumen nach unten zu geben, soll in Vergangenheit von Nutzern vermehrt missbraucht worden sein, um die Anzahl an „Dislikes“ gezielt in die Höhe zu treiben, wenn sie einen Creator nicht mögen. Die neue Maßnahme würde die angriffslustigen Zuschauer zwar nicht davon abhalten, eine negative Bewertung zu geben, aber hätte es einen psychologischen Effekt: Dadurch, dass Nutzer nicht sehen können, wie die Anzahl der Dislikes steigt, indem draufgeklickt wird, wirke es, als hätte ein „Dislike“ keinen Sinn und so würde die Motivation, welche zu vergeben, sinken.

Die meisten „Dislikes“ erntete bisher das von „YouTube“ selbst erstellte Video „YouTube Rewind 2018“ mit dem das Ende des Jahres gefeiert wurde. Das Video hält die Rekordzahl von 19 Millionen nach unten gestreckten Daumen. Im Jahr 2020 weigerte sich die Videoplattform zum ersten Mal seit 10 Jahren einen Jahresrückblick zu erstellen. Die neuen Maßnahmen sollen jedoch nicht aus diesem Grund erstellt worden sein. Es gehe darum, die Nutzer zu schützen.

(nb)

Titelbild: APA Picturedesk

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2 Kommentare
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Prokrastinator
11. 11. 2021 18:19

Na jetzt outet’s Euch aber sauber, ZZ.

Dislikes sind Mobbing? Wirklich?

Aber dann verstehe ich trotzdem nicht, warum Euch das stört. Sagte doch der Bildungsminister, Impf-Mobbing unter Schülern wäre durchaus ok. Also was regt Ihr Euch eigentlich auf?

Die “Elite” muss ja wahnsinnig Angst haben, wenn sie schon die Offensichtlichkeit verhindert, dass unter ihren verlogenen Ansprachen zB auf Youtube 10 mal so viele Dislikes sind wie Likes.
Kann schon verstehen, dass so zarte Autokraten-Seelen das schwer traumatisiert.

Irgendwann wird es eine Standing-Ovations-Pflicht bei jedem Kasperltheater geben, und irgendwann werden auch wieder spontane Stasi-Klatscher auf dem Weihnachtsmarkt das zufällige Erscheinen politischer Elite bejubeln, wie einst bei Erich H.

Grete
11. 11. 2021 17:36

Eines der Dinge, die ich bei ZZ schätze, ist das seltene Zensurieren und das gänzliche Fehlen von einem dislike-button. Wenn jemandem etwas nicht gefällt, dann sollte er auch den Mut aufbringen, seine Meinung zu äußern.

Zuletzt bearbeitet 10 Monate zuvor von Grete