Mexiko:

Drogenmafia stürmt Kindergeburtstag – 11 Tote

Der mexikanische Drogenkrieg hat eine zuvor friedliche Region des Landes erfasst. Im Bundesstaat Guanajuato wurden am Samstagabend elf Menschen – darunter zwei Kinder – ermordet.

Silao de la Victoria/Apaseo el Grande, 15. November 2021 | Im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato sind bei zwei Angriffen von Bewaffneten mindestens elf Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Bewaffnete Männer hätten das Feuer auf eine Gruppe von Menschen in einem Haus in der Gemeinde Silao eröffnet und drei Männer, zwei Frauen und ein Kind getötet, erklärte die Staatsanwaltschaft am Sonntag. Lokalen Medienberichten zufolge erfolgte der Angriff während eines Kindergeburtstags am Samstagabend.

Später am selben Abend töteten bewaffnete Männer nach Angaben der Staatsanwaltschaft fünf Mitglieder derselben Familie in der rund hundert Kilometer Gemeinde Apaseo el Grande, darunter ein 14-jähriges Mädchen. Ein acht Monate altes Baby wurde verletzt.

Karte: Open Street Maps/ZackZack

Kein Ende des blutigen Drogenkriegs in Sicht

Der Bundesstaat Guanajuato war noch bis vor kurzem relativ sicher. Die Region ist das Zentrum der mexikanischen Automobilindustrie. Nun zählt Guanajuato zu den gefährlichsten Gegenden Mexikos, im Schnitt gibt es täglich neun Morde. In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu Attentaten und Massenschießereien mit dutzenden Toten. Die Gewalt ist Folge eines Kriegs von rivalisierenden Drogenkartellen: Das mächtige Jalisco-Kartell versucht, das kleinere Santa Rosa de Lima-Kartell aus Guanajuato zu verdrängen. “Die Lage ist ernst”, sagte Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador nach einer Schießerei im Juni, die 26 Todesopfer forderte. Bewaffnete hatten einen Anschlag auf eine Klinik für Suchtkranke verübt. Seitdem hat sich die Lage nicht gebessert.

Schon seit 2010 stuft das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) den Konflikt zwischen den Drogenbanden als Krieg ein. Der Drogenkrieg forderte bisher rund 300.000 Todesopfer, dreimal mehr als der Bosnienkrieg. 90.000 Menschen werden vermisst. Unter den Ermordeten sind auch hunderte Journalisten. Laut “Reporter ohne Grenzen” gehört Mexiko weltweit zu den gefährlichsten Ländern für Medienschaffende.

(tw/afp/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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2 Kommentare
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Ureinwohner
15. 11. 2021 14:20

Guanajuato eine zuvor friedliche Region? War das ernst gemeint und nur ein Lesertest?

Dealer
15. 11. 2021 12:11

Ich kann das wirklich verstehenn, denn es wurde eben jeder Cent dringend für die Bezahlung der Medien benötigt.
Die Medien waren und sind weiterhin die oberste Priorität, wie man jeden Tag “erleben” darf und wir das auch beim Schalli nicht anders sein (können)