Taxi-Explosion in Liverpool

Verdächtige wieder auf freiem Fuß

Die mysteriöse Explosion eines Autos in Liverpool mit einem Toten gibt weiter Rätsel auf. Die Polizei stufte den Vorfall als terroristisch ein. Das Motiv und das eigentliche Ziel des anscheinend misslungenen Anschlags ist weiter unbekannt.

Liverpool, 16. November 2021 | Die vier Männer, die im Zusammenhang mit der tödlichen Explosion eines Taxis in Liverpool festgenommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß. Das teilte die Anti-Terror-Einheit der britischen Polizei in der Nacht auf Dienstag mit.

Unterdessen wurden weitere Details zu dem Fahrgast des Taxis bekannt, der bei dem Vorfall am Sonntagvormittag ums Leben gekommen war. Es handelt sich um einen 32-Jährigen namens Emad Al S., wie die Polizei mitteilte. Die Polizei geht nun davon aus, dass der Fahrgast den Sprengsatz selbst bei sich trug. Über das Motiv und das eigentliche Ziel des anscheinend misslungenen Anschlags war zunächst nichts bekannt.

Taxifahrer überlebte den Anschlag

Der Mann, der bei der Explosion ums Leben kam, hatte sich den Polizeiangaben zufolge in einem Taxi zu einer Frauenklinik in der nordwestenglischen Stadt bringen lassen. Als das Ziel erreicht war, explodierte der Sprengsatz und setzte das Auto in Brand. Der Taxifahrer habe sich retten können und sei mit Verletzungen behandelt worden, sagte der Polizeisprecher weiter. Er sei bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Fahrgast starb noch an Ort und Stelle.

(Warnung: Video mit sensiblen oder expliziten Inhalten)

Terrorwarnung auf zweithöchster Stufe

Premierminister Boris Johnson berief noch für Montag eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ein. Die Terrorwarnung wurde auf die zweithöchste Stufe erhöht, ein Anschlag in dem Land gilt damit als “sehr wahrscheinlich”. Der Vorfall in Liverpool sei eine “deutliche Erinnerung, dass wir alle äußerst wachsam bleiben müssen”, sagte Johnson bei einer Pressekonferenz.

Am Montagabend teilte die Polizei mit, dass zwar erhebliche Fortschritte bei den Ermittlungen erzielt worden seien – so wisse man inzwischen deutlich mehr über die Bauteile des Sprengsatzes sowie deren Herkunft und habe wichtige Beweisstücke in einer der durchsuchten Wohnungen sichergestellt. Allerdings sei noch immer unklar, ob der Täter Unterstützer gehabt habe. Womöglich könne es noch Wochen dauern, bis das Geschehen restlos aufgeklärt sei.

(apa/jz)

Titelbild: APA Picturedesk

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