Mitten in der vierten Welle

»Kitzloch« in Ischgl eröffnet wieder

Das “Kitzloch” in Ischgl wurde im März 2020 europaweit als Superspreader-Lokal bekannt. Am Samstag öffnet die Bar nun wieder ihre Pforten. Es gelte, die “Kultureinrichtung” Aprés-Ski zu erhalten, immerhin sei sie so “wichtig wie der Opernball”, meint der Betreiber.

Ischgl, 17. November 2021 | Zwei Jahre ist es bald her, dass das Coronavirus über den Tiroler Skiort Ischgl seinen Weg nach ganz Europa gefunden hat. Im März 2020 geriet dabei vor allem ein Lokal in die Schlagzeilen: das “Kitzloch“.

Am 7. März war ein Testergebnis des Barkeepers der Aprés-Ski-Bar positiv. Die Mitarbeiter wurden folglich isoliert und das Lokal vorübergehend gesperrt. Die Behörde rief Besucher der Bar auf, sich an die Gesundheitshotline 1450 zu wenden. Am 8. März wurde öffentlich, dass zuvor bekanntgewordene, erkrankte Isländer im “Kitzloch” waren. Am 9. März wurde das Lokal “Kitzloch” schließlich behördlich gesperrt. Ein paar Tage später folgte der erste Lockdown.

“Kitz is back”

Gerade jetzt, wo Österreich wegen des Corona-Chaos’ und des Lockdowns für Ungeimpfte wieder in den internationalen Medien vertreten ist, eröffnet auch die einstige Superspreader-Bar wieder. Am Samstag steigt die Wiedereröffnungsparty. Das freut vor allem Betreiber Bernhard Zangerl. Er spricht sich im Gespräch mit der APA für den “unbedingten Erhalt der Kultureinrichtung Aprés-Ski” aus. Aprés-Ski sei nämlich so “wichtig wie der Opernball” und müsse auch in Corona-Zeiten dringend im Angebot der alpinen Wintersport-Hotspots bleiben. Als wesentlichen Beitrag zu diesem Erhalt sieht Zangerl etwa stenge 2G-Einlasskontrollen vor.

Bei Überwindung dieser “Hürde” versprach er seinen Gästen aber ab der “Kitzloch“-Eröffnung am 20. November “ein Erlebnis wie eh und je”. Das “Kitzloch” sei noch immer “der perfekte Platz zum Abschalten, mit Freunden etwas zu Trinken oder Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen”, hielt Zangerl fest. Aprés-Ski sei wie ein zusätzlicher “Urlaub nach dem Skifahren”, fügte er hinzu.

“Trinken aus Kübeln gibt es bei uns nicht”

Seit dem Corona-Cluster hat das Image des “Kitzloch” sehr gelitten. Vom “Ballermann der Alpen” war in vielen Medien die Rede. Davon will man sich nun distanzieren. “Das sind wir nicht, trinken aus Kübeln und Flatrate-Angebote gibt es bei uns nicht”, so Zangerl. Man spiele auch keine “primitiven Sauflieder”, sondern fokussiere sich auf “bewährte Klassiker wie DJ Ötzi oder Wolfgang Ambros”.

Man habe jetzt, da das “Scheinwerferlicht auf Ischgl gerichtet ist”, nicht zuletzt auch die Chance, das Image von Aprés-Ski wieder aufzupolieren. “Wir wollen die Corona-Regeln ganz genau umsetzen und diesbezüglich zur absoluten Vorzeige-Destination werden”, sagte Zangerl. Seine Mitarbeiter würden dazu auch vor Ort zusätzlich von einem Arzt geschult, wo und wie Viren besonders leicht übertragbar sind.

Keine Angst vor “großem Ansturm”

Zangerl will es aber “ruhig anlaufen lassen”. “Wir sperren eine Woche früher auf, damit wir den Saisonstart vorab schon mit Gästen, Freunden und Lieferanten feiern können”, sagte er. Vor dem großen Ansturm danach hat er dann aber dennoch keine Angst. Wie groß dieser sein wird, ist angesichts der aktuellen Situation und der deutschen Einstufung Österreichs zum Hochrisikogebiet noch unklar. Wenn es nach dem Tiroler Seilbahnkaiser Franz Hörl (ÖVP) geht, sei die Nachfrage nach Skiurlaub jedenfalls “ungebrochen”.

(apa/mst)

Titelbild: APA Picturedesk

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