Krieg auf der Weihnachtsinsel

Rote Landkrabbe in Gefahr

In den letzten Tagen fand ein Massenexodus von Roten Landkrabben auf der australischen Weihnachtsinsel statt. Doch die Reise zur Küste ist gefährlich.

 

Weihnachtsinsel, 24. November 2021 | Es ist ein farbenprächtiges Naturschauspiel, das sich jährlich wiederholt: Auf der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel machen sich Millionen von Roten Landkrabben, auch Weihnachtsinsel-Krabben genannt, auf den Weg in Richtung Meer, um dort ihre Eier abzulegen. Mit dem Spektakel könnte es aber in absehbarer Zeit vorbei sein, denn die Krabbe hat durch den Menschen einen neuen Feind bekommen.

Größte Krabbenpopulation in Gefahr

Die Weihnachtsinsel-Krabbe ist, wie der Name nahelegt, eine einzigartige Art auf dem Inselparadies im indischen Ozean. Weil sie so selten ist, wird sie streng geschützt. Für die jährliche Krabbenwanderung werden etwa Straßen gesperrt und Brücken errichtet, um den weiblichen Krabben eine sichere Reise an die Küste zu ermöglichen.

Doch die Krabben kämpfen seit einiger Zeit mit einer Gefahr, für die indirekt der Mensch schuld ist. Seit ungefähr 30 Jahren konnte sich die aus Afrika eingeschleppte Gelbe Spinnerameise rasant auf der verschlafenen Insel ausbreiten. Mithilfe von Honigtau, den sie aus gezüchteten Schildläusen gewinnen, bilden die Insekten Superkolonien und greifen alles an, was ihnen über den Weg läuft. Das Verhalten der Ameisen ist seither immer aggressiver geworden, berichten Naturforscher. Die Krabben können sich gegen die Angriffe der Ameisen nicht wehren. So verätzen die Insekten gezielt die Augen der Krabben, woraufhin diese hilflos verenden.

Weil die Bestände der Krebstiere in den letzten Jahrzehnten gesunken sind, haben Behörden Schritte gesetzt, um dem Ameisenproblem Herr zu werden. Giftige Köder brachten den gewünschten Erfolg zunächst nicht. Deshalb versucht man es mit einer invasiven Art, die diesmal absichtlich eingeschleppt wurde. Eine spezielle Wespe soll die Schildläuse töten und den Ameisen ihre Nahrungsgrundlage entziehen. Gelingt das nicht könnte die Weihnachtsinsel-Krabbe irgendwann verschwinden.

(dp)

Titelbild: APA Picturedesk

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