Freitag, April 19, 2024

Türkische Lira im Sturzflug – 40 Prozent an Wert verloren

40 Prozent an Wert verloren

Die türkische Lira befindet sich weiterhin im Sturzflug. Allein in diesem Jahr verlor sie mehr als 40 Prozent an Wert im Vergleich zum Dollar.  

 

Wien, Istanbul, 24. November 2021 | Die türkische Währung ist weiterhin im freien Fall. Am Mittwoch rutschte die Lira um drei Prozent auf ein neues Rekordtief ab. Für einen Dollar mussten Anleger zeitweise 13,15 Lira auf den Tisch legen, so viel wie nie zuvor. Es war der elfte Tag in Folge mit Kursverlusten. Am Dienstag war die Lira um 15 Prozent abgerutscht. Seit Jahresanfang verlor sie mehr als 40 Prozent.

Zinssenkungen befeuern Inflation

Analysten führen den Einbruch vor allem auf die jüngsten Zinssenkungen der türkischen Zentralbank zurück. Sie hatte den Leitzins vergangene Woche von 16 auf 15 Prozent gesenkt, obwohl die Inflationsrate auf fast 20 Prozent geklettert ist. Für Dezember stellte sie eine weitere Zinssenkung in Aussicht. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist erklärter Zinsgegner und setzt die Notenbank unter Druck.

Um den Lira-Verfall zu stoppen, könnten Entscheidungsträger in der Türkei am Devisenmarkt intervenieren oder notfallmäßige Zinserhöhungen durchführen, erklärte Commerzbank-Analyst Tatha Ghose. “Es ist schwer vorstellbar, welche genauen Kanäle die Entscheidungsträger dieses Mal anvisieren. Ohnehin glauben wir nicht, dass derartige Maßnahmen die Lira länger als einige Tage stabilisieren würden.” Der Markt habe inzwischen erkannt, dass Erdogan alle Entscheidungen fälle. Es spiele keine Rolle, was die Zentralbank kurzfristig unternehme, solange der Präsident bei der Geldpolitik mitbestimme.

Ökonomen in der Türkei kritisieren die Zinssenkungen massiv und bezeichnen sie als “rücksichtslos”. Oppositionspolitiker forderten Neuwahlen. Unternehmen warnen vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch den Lira-Absturz. Zuletzt war die Lira 2018 so stark abgerutscht, eine Rezession war die Folge.

(apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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4 Kommentare

  1. Am besten noch ein paar Kriege befeuern … dann isser ganz schnell dort, wo der Gadaffi sen. zuletzt war und wo er auch hingehört … in der Gosse !

  2. …..und Schuld an der türk. Misere ist vermutlich wieder die EU, der Westen…….niemals Erdogan. Wie immer.

  3. Der Herrscher mit der Kinderstimme hat ganz bestimmt einen todsicheren Plan

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