Acht Tage Feuer

Chanukka trotzt dem Lockdown

Chanukka ist ein wichtiges Ereignis für jüdische Gemeinden. Aufgrund seiner zeitlichen Nähe wird es oft als das „Weihnachtsfest der Juden“ gesehen. Aber was wird da eigentlich gefeiert?

Wien, 3. Dezember 2021 | Alle Jahre wieder kommt das Lichterfest. Dieses Jahr zelebrieren Juden aus aller Welt vom Abend des 28. November bis zum Abend des 6. Dezember das bedeutende religiöse Fest. Aber was wird dabei genau gefeiert?

Ursprung

Die Geschichte von Chanukka geht auf die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem zurück. Die Seleukiden hatten zuvor die Menora, den siebenarmigen Leuchter entweiht. Das wichtigste Symbol der Juden sollte ewig brennen. Nach Wiedereroberung des Tempels durch die Juden fand man im Tempel nur noch geweihtes Öl für einen Tag. Für die Herstellung neuen Öls benötigt man jedoch acht Tage. Dennoch wurde entschieden, die siebenarmige Menora anzuzünden, so die Legende. Wie durch ein Wunder hielt das Licht acht Tage lang und ermöglichte die Herstellung von neuem geweihten Öl. Daher wird für Chanukka ein eigener Leuchter mit neun Armen, der an das Wunder erinnern soll, verwendet. Der neunte Arm dient dabei zum täglichen Anzünden der anderen Lichter. Diese Abwandlung der Menora wird Channukia genannt.

Online-Chanukka

Zur Erinnerung an das Lichtwunder werden jedoch nicht nur Kerzen angezündet, sondern auch Chanukka-Abende veranstaltet, an denen sich Familie und Freunde zu ausgelassenen Festen versammeln. Wie das bei Gemeindefeiern so üblich ist, werden unter Kindern Geschenke und Süßigkeiten verteilt. Außerdem werden vor allem in reichlich Öl gebackene Speisen wie Sufganiyot, die einem Krapfen entsprechen, oder Kartoffelpuffer, die Latkes genannt werden, gegessen.

Während des Lockdowns gestalten sich Zusammenkünfte jedoch als schwierig. Dennoch will die jüdische Gemeinde nicht auf die Zelebrierung des Ereignis des Jahres verzichten und hält virtuelle Veranstaltungen ab. Einrichtungen wie die Israelische Kultusgemeinde (IKG), die Jüdische Österreichische Hochschülerschaft (JÖH) und die Non-Profit-Organisation „Moishe House Vienna“ veranstalten daher Online-Shabbats, Filmabende in Form von Autokinos, Vorträge und Online-Chanukka-Feiern.

(dp/nb)

Titelbild: APA Picturedesk

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