Dienstag, Juni 25, 2024

Rückgang bei Impfwirkungen bei Omikron: Boostern stark empfohlen

Boostern stark empfohlen

Erste Labordaten zeigen neue Erkenntnisse zur Wirkung von Impfungen gegen die Corona-Variante Omikron. Es wird zwar auch mit Impfdurchbrüchen gerechnet, die Wirkung des dritten Stichs konnte aber bestätigt werden.

Wien, 10. Dezember 2021 | Die Befürchtungen von Virologen scheinen sich nach Auswertung erster Labordaten zu bewahrheiten: die derzeit verfügbare Impfung schützt nur bedingt vor der neuen Corona-Variante Omikron. Das genetische Profil von Omikron ermöglicht es dem Virus, die schützenden Antikörper zu umgehen.

Ein Forschungsteam um die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sowie ein Forschungsteam aus Südafrika haben am gestrigen Mittwoch ein noch nicht begutachtetes Preprint der Ergebnisse ihrer Untersuchungen auf Twitter veröffentlicht. Der Erstverdacht, dass die Impfreaktion an den zahlreichen Mutationen auf dem Spike-Protein des neuartigen Virus scheitern könnte, hat sich vorerst bestätigt. Durch das Spike-Protein dringt das Virus in die Zelle ein.

Keine Antikörperreaktion bei zweifach Geimpften

In dem Preprint von Ciesek heißt es, dass für die Untersuchung ein Abstrich von einem Reiserückkehrer, der sich in Simbabwe mit Omikron infiziert hatte, verwendet wurde. Das Virus wurde mit den Zellen und Blutseren, die die Antikörper beinhalten, von genesenen und geimpften Personen gemischt. Dabei galt es herauszufinden, ob die Antikörper das Virus neutralisieren können und so eine Infektion vermieden werden kann. Die Forscher konnten feststellen, dass bei einer zweifachen Impfung mit Biontech, Moderna oder bei einer Kreuzimpfung mit AstraZeneca und Biontech, wenn die zweite Impfung sechs Monate zurückliegt, keine Antikörperreaktion messbar war.

Auch laut dem Forschungsteam in Südafrika kann es insbesondere bei zweifach geimpften Personen zu Durchbrüchen kommen. Aber selbst drei Dosen von mRNA-Impfstoffen könnten möglicherweise nicht ausreichen, um eine Infektion mit symptomatischer Erkrankung mit der Omikron-Variante zu verhindern. Allerdings waren die klinischen Symptome bei dreifach geimpften Personen nicht so stark ausgeprägt, eine Hospitalisierung war nicht notwendig.

Booster-Wirkung vorhanden

Bei geboosterten Personen konnte drei Monate nach dem Stich zumindest eine Neutralisation des Virus von 25 Prozent festgestellt werden. Von 12 geboosterten Teilnehmern konnten jedoch nur sieben den Virus neutralisieren. Bei der Delta-Variante sind es 95 Prozent. Die Forscher um Ciesek reden von einer 37-fachen Reduktion der Neutralisierung des Virus durch die Impfung im Vergleich zur Delta-Variante. Das bedeute nicht, dass die Booster-Impfung nicht wirke. Denn grundsätzlich gelte: je mehr Antikörper-Anteil vorhanden sind, desto eher könne man Omikron neutralisieren. Auch der Berliner Virologe Christian Drosten wies auf die Bedeutung der Booster-Impfung hin.

Außerdem verdeutlichte Ciesek, dass nur die Antikörperwirkung untersucht wurde, die keine Rückschlüsse auf die Reaktion der T-Zellen zulässt. Diese beeinflussen die Schwere des Verlaufs. Es wird mit einer angepassten Booster-Impfung im Frühjahr gerechnet.

(nb)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Nura Wagner

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