Außenministerium

»Wenige Dutzend« Österreicher in Kasachstan

Die Situation in dem Land sei laut einer Sprecherin des Ministeriums unter genauer Beobachtung. Seit Freitag besteht ein Schießbefehl der Armee. Die USA ziehen unterdessen nicht dringend benötigtes Konsulatspersonal ab.

Wien, 8. Jänner 2022 | Angesichts der schweren Unruhen in Kasachstan steht das österreichische Außenministerium in “laufendem Kontakt” mit den im Land befindlichen Österreicherinnen und Österreichern. Derzeit wisse man von “wenigen Dutzend”, die sich in Kasachstan aufhalten. Es gehe ihnen gut, erklärte eine Sprecherin am Samstag auf APA-Anfrage. Anders als die USA plant Österreich derzeit keinen Abzug von diplomatischem Personal. Die Situation werde aber sehr genau beobachtet, so die Sprecherin.

USA zieht Konsulatspersonal ab

Zuvor war bereits eine Reisewarnung erlassen worden. Die USA hatten in der Nacht auf Samstag Grünes Licht für die Ausreise von nicht dringend benötigtem Konsulatspersonal gegeben. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht für Notfälle zuständig sind, dürften das Land verlassen, hieß es laut Nachrichtenagentur AFP in einer Erklärung.

Zuletzt war die Lage in Kasachstan eskaliert, als Staatschef Kassym-Schomart Tokajew den Schießbefehl auf Demonstrierende erteilt hatte. In einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, hatte Tokajew ihm für die Entsendung von Truppen zur Unterstützung der kasachischen Sicherheitskräfte gedankt. Die Behörden zählten im Rahmen der Proteste insgesamt mehr als 40 Tote, darunter auch Sicherheitskräfte. Bei den zivilen Opfern wird eine wesentlich höhere Todeszahl befürchtet als bisher angegeben.

(apa/bp)

Titelbild: APA Picturedesk

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1 Kommentar
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Peer
8. 01. 2022 16:33

Sollten viele Länder einmal unabhängig vom Erdöl sein, wird es erst richtig spannend im Iran, Irak, Kasachstan, Nigeria, UAE, Libyen etc.
Von daher wäre es vermutlich vorteilhaft für ganz Europa jetzt schon damit zu beginnen, in richtigen und robusten Grenzschutz zu investieren.