Coronakrise

Haushaltseinkommen brechen um fast 6 Prozent ein

Das Wirtschaftsmagazin Economist hat analysiert, wie gut die wohlhabenden Länder der Welt bisher durch die Corona-Krise gekommen sind. Österreich schneidet vor alle bei den Haushaltseinkommen überraschend schlecht ab.

Wien, 11. Jänner 2022 | In dem Ranking des Economist wurden 23 Länder bewertet, Österreich landet dabei im Schlussfeld auf Rang 19. Ausschlaggebend für das schlechte Abschneiden sind vor allem die im internationalen Vergleich stark gesunkenen Haushaltseinkommen, wie der “Standard” berichtet. Diese sind in Österreich um 5,8 Prozent gesunken, analysiert wurde der Zeitraum zwischen dem vierten Quartal 2019 und dem dritten Quartal 2021 oder jüngst verfügbare Daten.

Überraschende Zahlen

Bisher war von solch einem starken Einbruch in Österreich noch nichts zu hören. Weder Nationalbank noch das Forschungsinstitut Wifo hatten einen solchen Rückgang prognostiziert. Die Nationalbank war in ihrer Analyse für 2020 von einem Rückgang von 0,7 Prozent ausgegangen, das Wifo von minus zwei Prozent und für 2021 von einem weiteren leichten Rückgang. Der Economist bezieht seine Zahlen allerdings von der Industriestaatenorganisation OECD. Die Einkommen der Haushalte wurden dabei inflationsbereinigt und Sozialtransfers berücksichtigt. Die neuesten Zahlen für Österreich reichen dabei bis zum zweiten Quartal 2021 und stammen ursprünglich von der Statistik Austria. Der zuständige Experte Karl Schwarz führt die schlechte Einkommensentwicklung im ersten Halbjahr 2021 laut vor allem auf die Lockdowns, bundesweit und dann in der Ostregion, zurück. Diese wirkten sich auf die Löhne und Einkommen vor allem der Selbstständigen aus. Im dritten Quartal 2021 sieht der Experte eine Erholung bei der Einkommensentwicklung, diese Daten sind von der OECD aber noch nicht verarbeitet. Wie sich der neuerliche Lockdown im November/Dezember auswirkt, ist noch unklar.

AK sieht Studie skeptisch

Bei der Arbeiterkammer steht man der Studie des Economist skeptisch gegenüber. Vor allem die Verteilungsfrage werde nicht ausreichend einbezogen. Chefökonom Markus Marterbauer sieht gegenüber ZackZack den Rückgang bei den Haushaltseinkommen auf der einen Seite zu hoch angesetzt, denn das zweite Halbjahr 2021 sei besser gewesen und in der Studie nicht abgebildet. Andererseits vermisst Marterbauer eine genauere Differenzierung bei den Indikatoren. So wäre etwa Arbeitslosigkeit, die aus seiner Sicht einen der wichtigsten Indikatoren darstellt, etwa nicht abgebildet. Dafür aber die Entwicklung der Aktienkurse. Besser wären Indikatoren, die zwischen Krisengewinnern und -verlierern besser differenzieren würde.

Laut Marterbauer haben vor allem Langzeitarbeitslose, Prekärbeschäftige und Einpersonenunternehmen stark an Einkommen verloren, dazugewinnen konnten die bereits vor der Krise Wohlhabenden. Generell befürchtet Marterbauer einen Einkommensrückgang vor allem im unteren Drittel, im oberen Drittel oder darüber dürften die Auswirkungen eher gering sein.

(bp)

Titelbild: APA Picturedesk

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13 Kommentare
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Fahrenheit 451(@fahrenheit-451)
11. 01. 2022 14:25

*Bisher war von solch einem starken Einbruch in Österreich noch nichts zu hören.” Damit zeigt ZZ eindrucksvoll, wie weit sie von der Bevölkerung weg sind. Ich höre jeden Tag davon. Und nach dem im Artikel angeführten Beobachtungszeitraum ist es noch viel massiver geworden. Seit Ende dieses Berechnungszeitraumes ist nämlich die Inflation stark angestiegen, v. a. bei den Energiepreisen, welche die arme Bevölkerung wiederum besonders trifft. Viele können sich bald das richtige Heizen der Wohnung nicht mehr leisten. So schaut’s draussen aus, liebe Redaktion. Geht mal ein wenig unter die Leute, könnt’s ja zwei Masken aufsetzen wegen der Angst.

nikita(@nikita)
12. 01. 2022 3:13
Antworte auf 

Sinnerfassend lesen wäre angesagt, dann könnten Sie sich die Spitzen gegen ZackZack ersparen.
Nicht der Überbringer einer Nachricht ist schuld.
Warum schreiben Sie nicht Ihren eigenen Blog, wenn Sie glauben Sie sind um Vieles besser informiert.

Unbekannt(@unbekannt)
11. 01. 2022 14:19

Auch das gehört zur Agenda. Bei den 6% wirds nicht bleiben, schließlich geht die “Pandemie” munter weiter. Nach der Mutante ist vor der Mutante und der Gesetzesentwurf zur Verlängerung bis 30.6.2022 ist auch schon raus und das, obwohl die Krankenhäuser noch nie so leer waren.

KarinLindorfer(@karinlindorfer)
11. 01. 2022 16:14
Antworte auf  Unbekannt

Ja bestimmt. Alles von langer Hand geplant. Drosten hat die Pandemie erfunden und die Chinesen das Virus. Bill Gates den Genozid, und Martin Sellner ist der Rächer der Geknechteten….

KarinLindorfer(@karinlindorfer)
11. 01. 2022 16:16
Antworte auf  KarinLindorfer

Sorry, ich hab Kickl vergessen, den Kämpfer für die Entrechteten.

Fahrenheit 451(@fahrenheit-451)
11. 01. 2022 14:26
Antworte auf  Unbekannt

Inflation bei 5 %, Tendenz steigend. Pensions”erhöhung” 1.8 %. Die Verarmung geht rapide weiter.

Unbekannt(@unbekannt)
11. 01. 2022 18:06
Antworte auf 

Die Verarmung der Bevölkerung ist Voraussetzung für die Einführung des universellen Grundeinkommens inklusive Sozialpunktesystem und totaler Kontrolle.

Sosindwirdoch(@sosindwirdoch)
11. 01. 2022 19:07
Antworte auf  Unbekannt

Sybille Berg beschreibt diese Dystopie in GRM.
Auch schon gelesen?

hagerhard(@hagerhard)
11. 01. 2022 13:34

könnts nicht sein,
dass es auch welche gibt, die ganz ordentlich profitiert haben?
einige wenige, die vielleicht aber dann sehr viel mehr?

“Die Wirtschaft bricht um 6,6 Prozent ein. 1,5 Millionen Österreicherinnen und Österreicher sind arbeitslos oder in Kurzarbeit. Auf eine freie Stelle kommen gleich neun Jobsuchende. Das ist die eine Seite der Medaille im Corona-Krisenjahr 2020.

Die andere: Superreiche wurden mitten in der Krise noch reicher. Das Vermögen der zehn reichsten Österreicher wuchs von 2020 auf 2021 um 14,6 Milliarden Euro.”

https://www.hagerhard.at/blog/2020/05/its-a-sin-to-be-rich/

Fahrenheit 451(@fahrenheit-451)
11. 01. 2022 14:30
Antworte auf  hagerhard

Der ATX hat vom 11.1.2021 bis heute um gut 35 % zugelegt. Es ist die alte ökonomische Erkenntnis belegt: Dort, wo viele ärmer werden, werden immer einige viel reicher.

Unbekannt(@unbekannt)
11. 01. 2022 18:11
Antworte auf 

Man müsste meinen, dass speziell die Sozialisten hier auf die Bremse steigen. Aber die können von den Maßnahmen, die ihr Klientel kaputt machen, gar nicht genug bekommen. Andererseits haben sozialistische Regime immer genau dazu geführt, Armut, leere Regale, kaputte Häuser und Kirtag bei den Herrschenden.

Florbela(@florbela)
12. 01. 2022 8:52
Antworte auf  Unbekannt

Genau. Deshalb hatten wir unter Kreisky Lebensmittelrationierung und konnten im Winter unsere Wohnungen nicht heizen.
Nur sicherheitshalber (bei Leuten wie Ihnen weiß man nie) /s

Piedro(@piedro)
12. 01. 2022 19:13
Antworte auf  Florbela

War in D-Land unter Brandt genauso. Dafür waren die Schulbücher umsonst, an den Unis waren mehr Arbeiterkinder als heutzutage, die Unternehmen waren tarifgebunden, die Sozialhilfe war eine Existenzsicherung, das Arbeitsamt hat tatsächlich Jobs vermittelt, die Neofaschisten haben sich bedeckt gehalten. Aber die Leute musste ganz arg hungern und frieren, weil das für “Sozialisten” halt so sein muss.