Freitag, Februar 23, 2024

Impfdebatte um »Djoker«: Nach French Open nun auch Ansage aus Wimbledon

Impfdebatte um »Djoker«

Den Gerichtskrimi in Melbourne hat er verloren. Auch die Teilnahme an den anderen Grand-Slam-Turnieren in Paris, London und New York dürfte für Novak Djokovic in immer weitere Ferne rücken, es sei denn, er lässt sich impfen.

Belgrad, 18. Jänner 2022 | Sollte er ungeimpft bleiben, wird es für Novak Djokovic schwer, sich seinen 21. Grand-Slam-Titel zu holen und damit alleiniger Rekordhalter zu werden. Dem Serben droht Medienberichten zufolge auch ein Ausschluss beim Grand-Slam-Klassiker in Wimbledon. Nach Angaben der britischen Zeitungen “Telegraph” und “Mirror” wollen die Londoner Turnier-Verantwortlichen keine Zusicherung geben, dass Djokovic, sollte er sich weiterhin nicht impfen lassen, im kommenden Sommer seinen Titel bei dem Rasen-Spektakel verteidigen darf.

Damit würden sie über die gegenwärtig geltenden Corona-Regeln der britischen Regierung hinausgehen. Bisher dürfen ungeimpfte Spitzensportler nach Großbritannien einreisen, um dort zu trainieren und an Wettbewerben teilzunehmen.

Auch French Open und US Open stellen Ultimatum

Zuvor war bekannt geworden, dass sich auch die Titelverteidigung bei den French Open im Mai für den 34-jährigen Serben erledigt hat, wenn er sich weiterhin nicht impfen lässt. Die französische Sportministerin Roxana Maracineanu hatte mitgeteilt, dass in- und ausländische Sportler in Frankreich in Zukunft nur antreten dürfen, wenn sie geimpft oder genesen sind. Auch die Teilnahme an den US Open in New York ist nur für Geimpfte möglich.

Einreise-Krimi in Australien

Djokovic war am Sonntag nach einem tagelangen Rechtsstreit aus Australien ausgewiesen worden. Der Weltranglisten-Erste wollte mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung ungeimpft an den Australian Open teilnehmen. Sein Visum war jedoch annulliert worden, weil Djokovic nicht ausreichend Belege für die Sondererlaubnis vorlegen konnte. Das Bundesgericht in Melbourne erklärte den Visums-Entzug für rechtens, woraufhin der Serbe das Land verlassen musste.

“Novak muss sich entscheiden: Impfung oder Ende der Karriere.”

Die in Belgrad erscheinende Zeitung “Informer” titelte am Dienstag: “Novak muss sich entscheiden: Impfung oder Ende der Karriere. Wenn er nicht spielen kann, verliert er 40 Millionen Euro an Sponsorengeldern”. Die serbische Zeitung “Vecernji Novosti” wetterte: “Für Novak schließt sich eine Tür nach der anderen: Man lässt nicht zu, dass er zur Nummer eins aller Zeiten wird”.

Australiens Tennisverband will eigenes Vorgehen prüfen

Australiens Tennisverband will indes nach der “Gerichtsposse” um Djokovic sein Vorgehen auf den Prüfstand stellen. Es gebe immer Lektionen, die man lernen könne, teilte Tennis Australia mit. Man wolle – wie jedes Jahr – alle Aspekte überprüfen. Zugleich entschuldigte sich der Verband für den Wirbel, der entstanden war. “Wir verstehen, dass die jüngsten Ereignisse eine wesentliche Ablenkung für alle waren”, teilte Tennis Australia mit, ohne den Namen Djokovic zu erwähnen.

Keine Folge will man Forderungen in diversen australischen Medien leisten, Australian-Open-Boss Craig Tiley seines Amtes zu entheben. Djokovic war zunächst erlaubt worden, bei den Australian Open zu spielen und Tiley gab nach der ersten Inhaftierung des Serben auch an, dass er das begrüßt hätte. Danach äußerte er sich nicht mehr öffentlich zu der Causa. Tennis Australia werde die ganze Veranstaltung beleuchten, sobald die Gewinner ihre Trophäen in die Höhe gestemmt haben werden.

(apa/mst)

Titelbild: APA Picturedesk

Markus Steurer
Markus Steurer
Hat eine Leidenschaft für Reportagen. Mit der Kamera ist er meistens dort, wo die spannendsten Geschichten geschrieben werden – draußen bei den Menschen.
LESEN SIE AUCH

Liebe Forumsteilnehmer,

Bitte bleiben Sie anderen Teilnehmern gegenüber höflich und posten Sie nur Relevantes zum Thema.

Ihre Kommentare können sonst entfernt werden.

68 Kommentare

  1. Djokovic hat lange an seiner Position zur Coroan Impfung fest gehalten und auf sein Recht gepocht. In einer aufgeschlossenen, demokratischen Gesellschaft sollte ihm diese Recht auch zustehen.
    Aber er muss umgekehrt die Regeln von Staaten akzeptieren auch wenn sie mit seinem Recht kollidieren. Einige dieser Staaten schalten jetzt auf stur. Darüber sollte sich jetzt niemend verwundert zeigen. Die Haltung Australiens in diesem Fall ist absolut verständlich.

  2. Dass Djokovic sich den Protesten gegen ein Minenprojekt des anglo-australischen Minenunternehmens Rio Tinto in Serbien angeschlossen hat, ist natürlich total rechts und nationalistisch. Umweltschutz war ja schon immer eine Domäne böser rechter Buben. Und dass der im Falle eines 10. Titels automatisch auch noch ein Denkmal in Melbourne bekommen hätte, geht sowieso gar nicht.
    Passt dann gut, dass die australische Regierung letztens den wahren Grund genannt hat: “er hätte zivile Unruhen auslösen können”. Und das in einem Land, wo bereits über 80% der Bevölkerung den Gehorsamstest der Regierung bestanden haben.

  3. Um Gottes willen, wen interessiert was ein damischer Tennispracker macht!

    Die Elli Köstlinger ist wichtig! Skifoahrn und Pandemie und Folgekosten sind wurscht!

  4. Muhammad Ali ist für seine Überzeugung sogar ins Gefängnis gegangen und hat den Weltmeistertitel dadurch verloren. Es gibt eben noch Profisportler, wo der Charakter stärker ist als die Geldgier.

    • und was genau ist nun der charakter bei djokovic?, dass er standgehalten hat und nicht geimpft ist? ok – ist seine entscheidung, aber dann muss er auch die konsequenzen tragen und regeln des jeweiligen landes akzeptieren. ich kann auch nicht in england auf der rechten seite auto fahren – können schon, wird halt nur nicht sehr lange gelingen

    • Dass sie hier Djokovic mit Muhammad Ali vergleichen ist einfach unerträglich. Ali ist einer der größten und beeindruckensten Persönlichkeiten der Sportgeschichte und eine Ikone im Kampf gegen Rassismus und Religionsfreiheit. Ihn mit überzeugten Nationalisten wie Novak Djokovic in einem Atemzug zu nennen, grenzt schon fast an einen kulturellen Sündenfall. Doch zu der Ehre plötzlich von Rechtsschwurblern verehrt zu werden kommt Djokovic ja auch nur wie die Jungfrau zum Kind. Obwohl solches für einen vermutlich größenwahnsinnigen Serben bestimmt naheliegender wäre als für eine schwarze Boxlegende, die noch dazu zum Islam konvertierte.

  5. In Serbien wird Novak Djokovic gefeiert, wie bei uns damals Karl Schranz! Das kann für die Veranstalter sehr teuer werden.

    • Meinens jetzt etwa dass die Veranstalter von Serbien verklagt werden? Dass sie deshalb weniger Umsatz machen wird bestimmt nicht der Fall sein. Paris und Wimbledon befinden sich ja nicht in Serbien.

  6. Ich würde nur noch dort spielen, wo der Wahnsinn nicht vorhanden ist. Geld hat er eh genug – dann sollen halt irgendwelche No-Name´s spielen.

    • Und wo soll das sein? Würden sie dann an seiner Stelle voll selbstlos gegen serbische oder kroatische Nachwuchsspieler oder angehende Senioren spielen? Bei den großen Turnieren spielen jedenfalls weiter wie stets 80 bis 90 % der ATP Weltrangliste. Da brichts keinen Zacken aus der Krone wenn der Djoker nicht teilnimmt. Wenn mal wer verletzt ist aus den Top five, was immer einmal vorkommt spielen ja dann auch nicht nur noch No – Names. So weit zu ihrer sportlichen Stellungnahme.

      • Da geht’s ja gar nicht um Sport. Djoker ist die neue Galionsfigur der rechten Schwurbler. Noch dazu ein Serbe, das passt den Rechten auch.
        Und gegen das Impfen kann man auch gleich bisserl blöd herumschreiben.
        Erbärmliche Typen…..

  7. Nadal und Federer dürfen sich freuen, wenn Djokovic ausgebootet wird. Die beiden sind ja auch mit Bill Gates befreundet. Zufälle gibt’s.

  8. Das erste Mal seit Jahrzehnten, dass ich kein einziges Match von Australien aufzeichne und ansehe, werde wohl weiter auf Tennis verzichten müssen, wenn es so weitergeht.
    Was soll so ein Titel wert sein, wenn der beste Spieler der Welt nicht dabei ist.

  9. Amnesty International:
    Die Menschenrechtsorganisation wendet sich gegen die strengen Corona-Maßnahmen in Italien. Auch Ungeimpfte müssten das Recht haben, am Arbeits- und Sozialleben teilzuhaben.

  10. Lieber auf das Geld verzichten bzw. Strafen zahlen, als sich vom Impfpöbel etwas aufzwingen zu lassen und dann überraschende Herzprobleme zu bekommen (vor lauter Aufregung natürlich).

    • Richtig!
      Die Menschenrechtsorganisation wendet sich gegen die strengen Corona-Maßnahmen in Italien. Auch Ungeimpfte müssten das Recht haben, am Arbeits- und Sozialleben teilzuhaben. (Amnesty International)

  11. Andere Sportler*innen bereuen die Impfung und müssen z. T. ihre Karrieren beenden. Jüngstes prominentes Opfer aus der Sportwelt: Leichtathletin Sarah Atcho leidet an Herzbeutelentzündung. “Am 22. Dezember habe sie ihre COVID-Auffrischungsimpfung erhalten, am 27. Dezember spürte sie dann ein Engegefühl in der Brust. Beim Treppensteigen sei ihr schwindelig geworden. Dies wiederholte sich einige Male, bis sie sich entschlossen habe, einen Kardiologen aufzusuchen, der eine Perikarditis diagnostizierte.” (Bericht auf gmx.net)

    • Sarah Atcho muss jetzt einen Monat mit Sport pausieren wie das bei solchen Erkrankungen üblich ist. Nirgends steht, dass die Frau oder irgend jemand anderer aus der Sportwelt ihre Karriere aufgeben mussten. Im übrigen haben sie vergessen zu erwähnen, dass eine Herzbeutelentzündung auch nach Viruserkrankungen auftreten kann und in der Regel und bei körperlicher Schonung folgenlos ausheilt. Sie verdrehen hier die Tatsachen.

      • ……. ich mach mir die welt, wide wide witt wie sie mir gefällt…………, scheint wohl auf einige hier zuzutreffen die news entsprechend ihrem wunsch “einkürzen”

        • Das tut ja wohl jeder hier, Sie eingeschlossen. Das ist mehr eine Frage des Standpunktes, als ein absoluter Wert.

      • Bist du hier die Oberlehrerin – es fällt schon auf, dass alles besser weißt und immer alle belehrst? Such dir einfach ein Hobby.

        • Hören sie auf mich zu beleidigen nur weil sie meine Meinungen nicht teilen oder verlassen sie das Forum wenn sie nichts gescheiteres zu sagen haben.

          • Seiens doch nicht so empfindlich. Wo sehen Sie denn da eine Beschimpfung? Ist doch nur ein gutgemeinter Ratschlag, den man zwar durchaus noch freundlicher formulieren könnte aber auch nicht unbedingt muss!

      • Ich finde es bemerkenswert, dass Sie es als “Verdrehung der Tatsachen” hingestellen, wenn ein Fall von Pericarditis nach Impfung beschrieben wird, ohne dabei (alle) andere(n) Ursachen samt Prognosen von Perocarditis anzuführen – und derer gibt es zahlreiche!

        Wenn man hingegen von Corona Toten spricht, fehlt in der Regel der Hinweis, dass es auch andere Todesursachen gibt. Da werden wohl auch so manche Tatsachen verdreht …

        Sind Sie die behandelnde Ärztin der Sportlerin, oder muss ich es als “Ferndiagnose” oder gar “Glaskugelprognose” werten, dass bei der Sportlerin die Pericarditis nach
        “einem Monat sportlicher Pause” komplkationslos ausgeheilt sein wird und sie ihre Leichtathletik Karriere uneingeschränkt fortsetzen kann?

        • Hab ich irgendwo geschrieben, dass es nicht von der Impfung kommen könnte, ha? Hab ich irgendwo geschrieben, dass die Sportlerin dann mit Sicherheit wieder gesund ist, ha? Mann lesen sie doch zumindest was ich schreibe bevor sie über mich herfallen. Das ist ja unerträglich was in dem Forum mittlerweile veranstaltet wird. Die Hälfte der Leute die hier postet scheint nicht einmal sinnerfassend lesen zu könne oder überhaupt im Ansatz zu verstehen, was man ihnen sagen will.

          • Vielen Dank, jetzt haben Sie es so einfach und verständlich formuliert, dass es auch ich verstehe:
            Die bei der Sportlerin diagnostizierte Perikarditis könnte eine Impffolge sein und es ist nicht sicher, dass sie wieder gesund wird.
            Hab ich´s kapiert?

            … und warum “Mann” ?

      • Bei Sarah Atcho ist es eine Folge der Impfung. Punkt. Ob es sonst auch auftreten kann, ist dabei irrelevant. Ob es folgenlos ausheilt, wird sich zeigen, da verdrehe ich nichts, weil ich über die Folgen gar nichts gesagt habe. Diese Herzmuskelentzündungen sind aber nicht so harmlos, sie führen in einem bestimmten Prozentsatz zu Leistungsverminderungen des Herzens, oft, weil die Klappen durch die Vernarbungen nicht mehr perfekt schliessen. Darunter leidet man dann lebenslang. Todesfälle sind auch möglich. Kardiologen berichten weltweit von einer sehr auffälligen Zunahme bei den Herzmuskelentzündungen seit Beginn der C-Impfungen. Im 2020, als C noch unbehandelt war, gab es diese Zunahme nicht. Sicher kann es auch bei der C-Infektion einmal dazu kommen, aber auffällig ist die statistische Zunahme seit Beginn der Impfungen.

        • Und weiter gehts mit dem Geschwurbel. Sie behaupten einfach Dinge ohne irgend einen Hintergrund.

          • Wie immer ein wertschätzender, gut argumentierter, um nicht zu sagen unverzichtbarer Kommentar von Ihnen! Top!

          • Wie immer ein wertschätzender, gut argumentierter, um nicht zu sagen unverzichtbarer Kommentar von Ihnen! Top!

        • Ja traurig. Wie viele Gesunde Menschen hier in die Krankheit getrieben und gezwungen werden ist zutiefst schockierend, und das unter dem Beifallsgeklatsche der “moralisch Überlegenen”.
          Ich denke, diese Krise wird unsere Gerichte im Nachhinein noch ausgiebig beschäftigen.

Kommentarfunktion ist geschlossen.

ZackZack gibt es weiter gratis. Weil alle, die sich Paywalls nicht leisten können, trotzdem Zugang zu unabhängigem Journalismus haben sollen. Damit wir das ohne Regierungsinserat schaffen, starten wir die „Aktion 3.000“. Wir brauchen 3.000 Club-Mitglieder wie DICH.