Skylla und Charybdis

Metamorphosen II

Sebastian das Flipperhörnchen ist kaum über den großen Teich geschwommen, da bereitet ein neues Handy Ungemach. Und Schuld hat ausgerechnet die Frau des neuen Kanzlers.

Julya Rabinowich

Wien, 22. Jänner 2022 | Wir schreiben das Sternjahr 2022, wir sind unterwegs in unendliche Tiefen, wir sind auf der Suche nach intelligentem Leben und nicht mehr sehr erstaunt über die Fortschritte.

Sebastian Kurz ist zwar weg, ohne wieder da zu sein – seine Metamorphosen fliegen dem Land aber dennoch nach wie vor um die Ohren. Nicht, weil die Sehnsucht nach dem Mutanten so groß gewesen wäre, sondern weil Thomas Schmids Handy nach wie vor enthüllungstechnisch aktiv ist wie ein Unterwasservulkan.

Ganz am Anfang, in der ersten Ausgabe von Skylla und Charybdis ist – wie sich die geneigte Lesenden vielleicht erinnern können – darüber spekuliert worden, ob ein Tisch im Giraffenkäfig als Giraffe durchgeht, weil das ja mit dem Kreiskyzimmer und dem sich darin befindlichen Kurz ganz wunderbar funktionierte. Zumindest für Teile der Medienlandschaft.

Auf Tauchstation in den Baumkronen

Aber nun ist alles erst recht wieder anders, und es stellt sich (selbstverständlich auf Staatskosten) heraus, der perfekte Schwiegersohn ist gar nicht Kreisky, sondern ein Eichhörnchen! Das sich in diesem Falle gar nicht mühsam nährt. Vielleicht aber ist er doch ein Delphin. Ob er nun bei Drei auf den Bäumen ist oder auf Tauchstation geht, wenn erst der nächste Untersuchungsausschuss beginnt, ist eine nicht uninteressante Frage. Vielleicht ist er dann aber mittlerweile sogar schon ein Hase! So viele Fragen warten bei diesem Untersuchungsausschuss, es ist kaum auszuhalten.

Kaum auszuhalten ist auch der neue Schriftverkehr, der in weitere Tiefen blicken lässt, gegen die das Dekolleté von Dolly Buster eher seicht ist. Ob Sobotka, einer der Akteure der nächsten chats, wieder Vorsitz führt, ist ebenfalls eine nicht uninteressante wartende Frage. Und was noch alles an die frische Luft drängt, siehe Dolly Buster. Ach, unser Leben ist rasant am interessant und interessierter, heiß und heißer werden.

“Dont you rock my boat“

Herr Sobotka hat seine missliche Lage übrigens unter anderem Frau Nehammer zu verdanken, weil sie den Fehler gemacht hat, nicht beizeiten auf Bob Marley zu hören, der immerhin bei anstehender Teambildung schon in den Siebziger Jahren ersucht hat: “Dont you rock my boat“. Andererseits: vielleicht ist sie auch völlig unschuldig, vielleicht tauchte da ja gerade Sebastian Kurz Flipper in den sauberen Fluten einheimischer Gewässer. Und der schlug in Österreich ja relativ große Wellen.

Titelbild: ZackZack

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