Inflation stieg im Februar laut Schnellschätzung auf 5,9 Prozent

Die Verbraucherpreise steigen ungebremst. In Österreich dürfte die Inflation im Februar laut Schnellschätzung der Statistik Austria 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erreicht haben.

Wien, 02. März 2022 | Das ist der höchste Wert seit November 1984. Gegenüber dem Jänner erhöhte sich der Verbraucherpreisindex (VPI) voraussichtlich um 1,3 Prozent. Haupttreiber sind die Energiepreise. Im Jänner hatte die Inflation 5 Prozent betragen, im Dezember 4,3 Prozent.

“Steigende Treibstoff- und Energiepreise heizen die Inflation derzeit weiter an”, erklärte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Mittwoch in einer Aussendung. Der Indexstand des Verbraucherpreisindex und detaillierte Ergebnisse für Februar werden am 17. März bekanntgegeben.

Die auf europäischer Ebene harmonisierte Inflationsrate (HVPI) lag im Februar 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 5,5 Prozent, wie aus den Berechnungen der Statistik Austria im Rahmen einer vorläufigen Schnellschätzung hervorgeht. Gegenüber dem Vormonat betrug die Teuerung der ersten Erhebung zufolge 1,3 Prozent.

SPÖ und FPÖ fordern Halbierung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas

Im Zuge der zusehends steigenden Inflation vermisst SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch ein Gegensteuern seitens der Regierung: “Während die Teuerung immer schlimmer wird, bleibt die Regierung tatenlos”, ärgert sich der Abgeordnete angesichts der “explodierenden Strom- und Gaspreise sowie drohender Mieterhöhungen bei ohnehin schon absurd hohen Mietkosten und steigenden Lebensmittelpreisen, die auch den täglichen Einkauf zu einer immer größer werdenden Belastung machen”. Die Oppositionspartei fordere seit Monaten unter anderem ein Vorziehen der Pensionsanpassung, eine Teuerungsbremse bei den Wohnkosten durch ein Aussetzen der Richtwertmieterhöhungen, eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas, eine gerechtere Ausgestaltung der Pendlerpauschale und eine Valorisierung der Studienbeihilfe.

In dieselbe Kerbe schlägt auch die FPÖ: “Während die Inflation ohne Eingriffe durch die Politik nicht mehr zu bremsen ist, befindet sich die schwarz-grüne Regierungsmannschaft auf Tauchstation”, kritisierte die freiheitliche Sozialsprecherin NAbg. Dr. Dagmar Belakowitsch in einer Presseaussendung. “Ein Blick zur Tankstelle zeigt uns ganz schnell, was in unserem Land passiert, in den vergangenen zwei Jahren sind die Treibstoffe an den Zapfsäulen um über 50 Prozent angestiegen”, betonte Bundesparteiobmann Klubobmann NAbg. Herbert Kickl. Heizen und Tanken werde bald für viele nicht mehr leistbar sein. “Wir benötigen sofort eine Halbierung der Mehrwertsteuern auf Strom, Gas und Treibstoffe, Preisdeckelungen bei öffentlichen Energieunternehmen und einen speziellen Warenkorb für Güter ‘des täglichen Lebens’, mit dem auch Preise eingefroren werden können”, forderte Kickl. Gerade die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine würden die Preise auf Energie und Lebensmittel weiter ansteigen lassen, erwartet der Politiker.

(apa/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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pixabay
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6 Kommentare
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dieWahrheitistvielmehr..
3. 03. 2022 10:39

Die Ideologen in Brüssel wollten um weitere (Br)exits zu unterbinden eine Schuldenunion und haben um dieses Ziel zu erreichen, die EU mit Luftgeld geflutet, in dem vollen Wissen, dass der Club Med aufgrund mangelnder Leistungsbereitschaft das Geld nie zurückzahlen würde. Um dieses Spiel möglichst lange weiterspielen zu können, wurde von Draghi und Lagarde trotz brummender Wirtschaft von noch nicht erreichtem Inflationsziel gefaselt. Der Club Med hat anstatt Strukturreformen durchzuführen, das Geld lieber für die Konsumankurbelung verwedet. Und als es dann endgültig an der Zeit gewesen wäre aus der Geldschwemme auszusteigen, blieb Lagarde mangels Rückzahlungsmöglichkeit der Südländer nur noch übrig, uns weiter anzulügen. Und jetzt, in der nächsten Krise, fehlt jetzt das Instrument der Geldmengenausweitung. Danke an Herrn Draghi, danke an Frau Lagarde!
Und für das näcste Mal – eine Währungsunion ohne Fiskalunion ist blanker Unfug!

2. 03. 2022 15:34

“Es kommt eine coole Zeit auf uns zu!”
“Unser Weg hat erst begonnen!”
-Sebastian Kurz

Tschoena
2. 03. 2022 14:31

5%? Also da seid ihr nicht am Lauffenden. Die Dürüms kosten jetzt fast 6 Euro am Ring, eine Seife bei Wiener Seifen 8Euro gekostet hat bis Dez 21 kost jetzt 9,2, das sind….eigentlich irgendwie fast 20% Teuerung, dabei is die Produktion IN WIEN, u.s.w. siehe Butterpreise etc…..
i glaub, i wasch mi nur mehr mit Wasser, Ätsch Bätsch… und ess die Hälfte,

2. 03. 2022 21:11
Antworte auf  Tschoena

Völlig richtige Beobachtung. Leider wird die Inflation über den Warenkorb absichtlich mit falscher Gewichtig runtergerechtet. Die Grundbedürfnisse und Güter des täglichen Lebens haben sich nämlich massiv verteuert. Treibstoffpreise +29,6%, Haushaltsenergie +16,4%, Restaurants und Hotels +6,3%, Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke +4,9 Prozent (Kurier, 23.02.2022). Leider wollen dies manche unsoziale Menschen nicht wahrhaben und machen sich sogar noch über die stark gestiegene Armut lustig.

Zuletzt bearbeitet 3 Monate zuvor von AsNr1
2. 03. 2022 15:41
Antworte auf  Tschoena

Geh-nau! Der Warenkorb besteht aus Dürüm und Wiener Seifen. Eh kloa. Sonst noch was? Zur Abwechslung was halbwegs intelligentes?

Pflichtfeld
3. 03. 2022 2:15
Antworte auf 

Der “Warenkorb” von Tschoena ist um Welten realister als jender der Statistik Austria.
Dort sind Mieten mit 5,3% des Einkommens gewichtet.
Das heißt: Eine Verkäuferin zahlt für ihre Wohnung etwa 60,- Euro Miete.
(In Wien bekommst dafür einen Tiefgaragenparkplatz für 2 Wochen)