Pop Up – Batman als melancholischer Detektiv

In der neuen Batman-Adaption schlüpft Robert Pattinson in die Rolle des Bruce Wayne als Detektiv, der gegen die Korruption in seiner Stadt Gotham vorgeht.

Nura Wagner

Wien, 19. März 2022 | Bereits die erste Szene in der Batman auftaucht, ist durch einen eindrucksvollen Soundtrack und einen dramatischen Auftritt gekennzeichnet und fesselt die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Diese Aufmerksamkeit hält über den ersten Teil des Films an und nimmt jedoch in der zweiten Hälfte ab. Das ist allerdings in Anbetracht der Tatsache, dass die Verfilmung drei zu lange Stunden dauert und die Spannungslatte nach dem ersten Auftritt sehr hoch gesetzt ist, nicht überraschend.

Dass ausgerechnet Robert Pattinson den die Mehrheit aus der Twilight-Saga als glitzernden Vampir kennen, die Rolle des Bruce Wayne spielen soll wurde anfangs mit Skepsis aufgenommen. Pattinson beweist jedoch genau diesen Skeptikern, dass er dieser Rolle gewachsen ist. Von Vergeltung angetrieben und als Detektiv ermittelnd kämpft er gegen die Verbrecher Gothams. Damit verkörpert er eine Version des Batman, die sich am originalen Comic orientiert. Im Gegensatz zum Bruce Wayne aus den Christopher Nolan Teilen umgibt „Battinson“ eine melancholische, fast depressive Stimmung. Er hat den Tod seiner Eltern nicht verarbeitet und ist im Selbstkonflikt gefangen. Die dunkel geschminkten Augen, das kantige Gesicht und der Soundtrack von Nirvana verstärken das düstere und heruntergekommene Erscheinungsbild. Allerdings gibt es auch einige humorvolle Szenen, was für DC-Filme eine Seltenheit ist.

Gemeinsam mit dem Polizisten James Gordon versucht Batman den „Bösewicht“ des Teils zu fangen. Dieser hinterlässt Batman Rätsel und sieht ihn als seinen Komplizen im Kampf gegen die Korruption, die sich in Gotham jahrelang etabliert hat. Er benutzt Batman, um korrumpierte Politiker und einflussreiche Personen zur Strecke zu bringen, ohne sich dessen selbst bewusst zu sein. Denn für den Batman-Gegner sind sie ein Team, das dieselben Ziele verfolgt. Eine Nebenrolle, die eigentlich einen eigenen Teil verdient, spielt Zoe Kravitz als eine von Rachegelüsten getriebene Selina Kyle/Catwoman. Was man bemängeln kann, ist, dass die Beziehung zwischen Bruce Wayne und seinem treuen Butler Alfred Pennyworth, der gleichzeitig die größte Vertrauensperson in seinem Leben ist, dafür, dass der Film so lange dauert, zu kurz kam.

Fazit: Eine kinematographisch und schauspielerisch solide Leistung, die für Batman-Liebhaber durchaus empfehlenswert ist und die Länge des Films erträglich macht.

Titelbild: APA Picturedesk

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