Maklergebühren für Mieter entfallen ab 2023

Wer ab 2023 eine Wohnung mietet, muss keine Maklerprovision mehr zahlen. Die Bundesregierung führt das sogenannte Bestellerprinzip ein. Derjenige, der den Wohnungsmakler beauftragt, soll diesen künftig auch bezahlen, sagte Justizministerin Alma Zadic (Grüne).

Wien, 22. März 2022 | Es geht um 50 Mio. Euro jährlich, die nun Vermieter und nicht mehr Mieter zahlen sollen. In der Regel beträgt die Provision zwei Monatsmieten.

Vor allem für einkommensschwache Familien und Studierende sei die Maklerprovision eine enorme finanzielle Herausforderung, betonte Zadic. Da jede dritte Mietwohnung nach Ende der Befristung neuvermietet werde, fallen für viele Menschen immer wieder Maklergebühren an, so die grüne Ministerin. Es sei eine große Ungerechtigkeit, für eine Dienstleistung zu bezahlen, die man nicht selbst beauftragt habe.

Ab Ende 2022 oder Anfang 2023 in Kraft

Der Gesetzesentwurf soll am Mittwoch in Begutachtung gehen. Nach Beschluss im Parlament ist eine sechsmonatige Übergangsfrist vorgesehen, danach soll das Bestellerprinzip angewendet werden. Dies soll Ende 2022 oder Anfang 2023 der Fall sein.

ÖVP-Bautensprecher Johann Singer begründete die Übergangsfrist mit einem Paradigmenwechsel, auf den sich die Immobilienbranche einstellen müsse. Ob im Gegenzug die Inflationsanpassung bei den Richtwert- und Kategoriemieten per 1. April erfolgt, ließ Zadic offen. Dies sei noch in Prüfung, so die Ministerin. Es würden gerade die Auswirkungen abgeschätzt.

Die Grünen-Abgeordnete Nina Tomaselli sagte, in der Novelle des Maklergesetzes würde auch verankert, damit das Bestellerprinzip nicht umgangen werden kann. So dürfe für eine Wohnung, die inseriert wird, vom Mieter keine Provision verlangt werden, ebenso wenn Eigentümer oder Hausverwaltung mit dem Makler verflochten sind. Die Doppelmaklertätigkeit bleibt grundsätzlich erlaubt.

In Deutschland bereits seit sieben Jahren

Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP) betonte, dass auch Studierende und Lehrlinge profitieren werden. Sie äußerte Wertschätzung für die Makler als “professionelles Bindeglied” zwischen Vermieter und Mieter.

Die Regierung hat sich bei den Gesetzesplänen unter anderem Deutschland als Vorbild genommen. Dort wurde das Bestellerprinzip vor sieben Jahren eingeführt. Zadic sagte, sie gehe nicht davon aus, dass die Vermieter die Provision auf die Miete aufschlagen werden. Auch in Deutschland sei es zu keiner Erhöhung gekommen. Auch die Zahl der Wohnungsinserate sei in Deutschland nur vorübergehend zurückgegangen und habe sich wieder auf dem vorherigen Niveau eingependelt.

Das Bestellerprinzip war eine jahrelange Forderung von Mieterschutzorganisationen. Auch Arbeiterkammer und SPÖ drängten mehrfach darauf, Widerstand kam aus der Immobilienwirtschaft. Im Wahlkampf 2019 schwenkte die ÖVP um und trat ebenfalls für das Bestellerprinzip ein.

(apa/bf)

Titelbild: APA Picturedesk

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13 Kommentare
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Oarscherkoarl
23. 03. 2022 10:08

Gerade in den Nachrichten gehört dass die Branche der Handaufhalter vehement gegen dieses Gesetz ist, kann es nur gut sein.

Surfer
22. 03. 2022 20:44

Zadic sagte, sie gehe nicht davon aus, dass die Vermieter die Provision auf die Miete aufschlagen werden. Auch in Deutschland sei es zu keiner Erhöhung gekommen.

So ein blödsinn…wurde sofort auf die Vermieter abgewälzt…zu dem Zeitpunkt war ich in DE und es war ein extrem aufgeheiztes Thema….den Mieter kann man schöpfen und tut man….

23. 03. 2022 5:43
Antworte auf  Surfer

Wie denn, wenn die Mietpreise überprüfbar zu berechnen sind? Außerdem müssten die dann in Vorleistung gehen, ergo lassen sie es.

Surfer
22. 03. 2022 20:40

So ein Blödsinn…wie man es un DE eungeführt hat haben die Vermieter sofort den Preis gehoben…
Zadic und Co helfen nur den Vermieter….
Wieder mal typisch für diese Schnösel…

Sessa40
22. 03. 2022 18:32

Wann fällt das Plagiat Zadic ?

22. 03. 2022 18:50
Antworte auf  Sessa40

Thema verfehlt.

22. 03. 2022 13:11

Das Timing verleiht mir die Befürchtung, dass vor der Umsetzung Neuwahlen stattfinden, ganz bewusst.

dieWahrheitistvielmehr..
22. 03. 2022 11:54

Die Kosten für die Vermittlung wird auf jeden Fall der Mieter tragen. Der Vermieter ist ja nicht Mutter Teresa. Wie bei jedem anderen Produkt auch werden sämtlich Herstellungs- und Vermarktungskosten sowie ein gerechtfertigter Gewinn auf den Käufer abgewälzt. Und jeder der anderes behauptet hat entweder keine Ahnung von der Wirtschaft oder ist ein populistischer Politiker – oder beides.

22. 03. 2022 13:12

Der Mist wird auf krone.at auch eingefiepst.

22. 03. 2022 13:06

“Und jeder der anderes behauptet hat entweder keine Ahnung von der Wirtschaft oder ist ein populistischer Politiker – oder beides.”
In D-Land funktioniert das, da kannst du Sprüche kloppen bis der Arzt kommt.

Nightwolf
22. 03. 2022 15:56
Antworte auf 

dürfte ein vermieter sein.

22. 03. 2022 18:53
Antworte auf  Nightwolf

Ein Schwarm solcher accounts ist heute bei dem Thema unterwegs und versucht, dagegen zu hetzen. Ich habe extra auf grindigen Seiten geschaut, irre.

22. 03. 2022 16:01
Antworte auf  Nightwolf

Jedenfalls nicht Mutter Theresa. 😉