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Afghanistan

Taliban schlossen Mädchenschulen nach wenigen Stunden wieder

Am Dienstag hatte ein Sprecher der Taliban Mädchen zur Rückkehr an die Schulen gratuliert. Mittwochfrüh wurden die Schülerinnen direkt wieder nach Hause geschickt.

Kabul, 23. März 2022 | Die radikalislamischen Taliban haben wenige Stunden nach der Öffnung weiterführender Schulen für Mädchen in Kabul diesen Beschluss offenbar wieder rückgängig gemacht. AFP-Reporter filmten Mittwochfrüh in der Sarghona High School in der afghanischen Hauptstadt, als ein Lehrer den Raum betrat und alle nach Hause schickte.

Bildung unter Auflagen

Mehr als sieben Monate nach der Machtübernahme der Taliban waren Mädchen Mittwochfrüh wieder zum Unterricht zurückgekehrt. Auch in anderen Provinzen des Landes sollten sie wieder am Unterricht teilnehmen dürfen. Einen Grund für den kurzfristigen Kurswechsel der Talibanführung nannte ein Sprecher des Bildungsministeriums nicht. In der Sarghona High School schlossen die niedergeschlagenen Schülerinnen ihre Bücher, packten ihre Sachen und verließen weinend das Klassenzimmer.

Bis auf Weiteres bleibe Schülerinnen ab der 7. Klasse die Teilnahme am Unterricht untersagt, teilte das Bildungsministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Bakhtar News mit. Zunächst solle für Mädchen eine Schuluniform entworfen werden, die sich nach den Werten der islamischen Scharia sowie der afghanischen Kultur und Tradition richte.

Frauenbildung Bedingung für internationale Hilfen

Erst am Dienstag hatte die Menschenrechts-NGO Human Rights Watch in einer Aussendung darauf hingewiesen, dass man die Taliban nicht an ihren Versprechungen und Beteuerungen, sondern an ihren Taten messen müsse. Seit ihrer Rückkehr an die Macht Mitte August 2021 haben die Taliban immer strengere Vorschriften für das öffentliche Leben erlassen. Frauen können in vielen Fällen nicht mehr zurück an ihre Arbeitsplätze. Viele flohen seit der Machtübernahme der Islamisten aus dem Land.

Das Recht von Frauen auf Bildung ist eine der Hauptbedingungen der internationalen Gemeinschaft für Hilfen an die nicht anerkannte Taliban-Regierung. Während der ersten Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 waren diese Frauen und Mädchen praktisch vollständig von Bildung und Arbeit außerhalb ihres Hauses ausgeschlossen.

(pma/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

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5 Kommentare
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Antiparteiisch
24. 03. 2022 12:30

Wozu brauchen Frauen Bildung, wenn sie am Ende genauso degeneriert sind wie die Männer?
Die beiden Geschlechter gleichen sich leider eh immer mehr aneinander an. Und das nicht zum Besten.
Man sieht ja, was Frauen mit ihrer Freiheit machen: Werden genauso debil wie die hormongesteuerten Männer.

24. 03. 2022 19:18
Antworte auf  Antiparteiisch

Deine Degeneration ist jedenfalls nicht von Bildung verursacht.

SelbstDenker
24. 03. 2022 10:02

Daher brauchen wir mehr von denen auch bei uns.

24. 03. 2022 19:20
Antworte auf  SelbstDenker

Was Deinesgleichen braucht oder nicht interessiert keine Sau, bis das ein Richter entscheidet oder der Facharzt diagnostiziert.

ManFromEarth
23. 03. 2022 20:18

die Ungebildeten hassen Bildung!