Montag, Juli 22, 2024

Nicht einmal Mehrheit bei ÖVP-Wählern: Nehammer-Umfrage

Nehammer-Umfrage

Nehammer oder Kurz, wen wünschen sich die ÖVPler als Parteichef? Nicht einmal die Hälfte hält jedenfalls den aktuellen Bundeskanzler am besten für den türkisen Chef-Posten geeignet.

 

Wien, 02. Mai 2022 | Am 14. Mai soll Karl Nehammer am Bundesparteitag in Graz zum neuen ÖVP-Obmann gekürt werden. Das Hajek-Institut fragte aus diesem Grund für die APA und ATV ab, wie sehr die ÖVP-Wähler hinter Karl Nehammer stehen.

Nur 48 Prozent der ÖVP für Nehammer

Das Ergebnis ist für den Bundeskanzler ernüchternd. Gerade einmal 48 Prozent der ÖVPler sehen Nehammer als den besten ÖVP-Obmann. Der lange Schatten des Sebastian Kurz begleitet Nehammer, denn 27 Prozent wollen den zurückgetretenen Kurz wieder an der ÖVP-Spitze sehen.

Den Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer wollen sechs Prozent an der Spitze sehen, knapp gefolgt von Europaministerin Karoline Edtstadler mit fünf Prozent. Niederösterreichs Landeshauptfrau Mikl-Leitner wollen drei Prozent der ÖVP-Wähler als Bundesobfrau.

Unter den Befragten aller Parteien geben 47 Prozent keine Angaben an, beziehungsweise wissen es nicht, 23 Prozent wollen Karl Nehammer als ÖVP-Chef. 13 Prozent wollen den Altkanzler Kurz an der türkisen Spitze.

Kein Aufreger ist der angekündigte Auftritt von Kurz am Parteitag in der ÖVP-Wählerschaft. 43 Prozent finden es angebracht bzw. 34 Prozent der Befragten ist es egal. Lediglich 20 Prozent sind der Meinung, dass der Auftritt des Altkanzlers nicht angebracht sei.

Fabenspiele mit Nehammer

Bei der fiktiven Kanzlerfrage hat Nehammer einen Vorsprung von elf Prozentpunkten auf Sebastian Kurz. Der Altkanzler bekommt 24 Prozent Zustimmung, Nehammer hingegen 35 Prozent. Noch klarer wird die Differenz bei den aktuellen ÖVP-Wählern. Während 79 Prozent für Nehammer votieren würden, wären “nur” 46 Prozent für Kurz zu haben, wie Hajek in einer Stellungnahme gegenüber der APA erläutert.

Auch die Farbe Türkis wird nicht unbedingt mit Nehammer assoziiert. Aus Sicht der Befragten gilt Nehammer nicht als klassischer Türkiser. Jeder Fünfte attestiert ihm, für eine neue ÖVP zu stehen, ein Drittel verortet ihn als Schwarzen und nahezu ein Drittel hat diesbezüglich überhaupt keine Befindlichkeit. Das kann laut Hajek eine Chance für Nehammer sein, um bei der nächsten Nationalratswahl reüssieren zu können.

Das Institut Public Opinion Strategies von Peter Hajek hat für diese Umfrage für ATV und die APA zwischen 25. und 28. April 800 Personen telefonisch und online befragt. Die maximale Schwankungsbreite liegt bei plus/minus 3,5 Prozent.

(bf/apa)

Titelbild: APA Picturedesk

Autor

  • Benedikt Faast

    Redakteur für Innenpolitik. Verfolgt so gut wie jedes Interview in der österreichischen Politlandschaft.

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